Montag, 6. Februar 2012

Немецкий клоун в Челябинске


Es ist zwar schon ein paar Jährchen her aber doch eine recht nette Erinnerung... 

14.09.2005 10:17 
Немецкий клоун лечит детей 
улыбками и смехом

В отделении онкогематологии челябинской детской больницы выступил настоящий клоун. Геррит Юнгханс путешествует по разным странам, устраивает представления на городских улицах. Но самое важное в его программе психологическая помощь больным детям. У Геррита свой метод лечения – с помощью улыбок и смеха.


 















На час фойе онкологического отделения превратилось в арену цирка. Главный герой спектакля – клоун Геррит Юнгханс. Он приехал из Германии принять участие в международном фестивале уличных театров. В течение трех дней он выступал на Кировке и на Алом поле, покорив челябинских зрителей.

Обязательным местом для выступления клоуна стало детское отделение больницы. Геррит считает, смех и улыбки необходимы больным детям: «Я чувствую, что это очень важно: чтобы кто-то пришел и улыбнулся им. Детей нужно лечить не только лекарствами, но и сердцем». Геррит занимается клоунадой более 20 лет, и за это время побывал в разных странах и городах. И везде с ним ездит его чемодан. Он говорит, что в нем - все его идеи. Родители говорят, что дети ждали клоуна с утра, и многие из них даже не ложились спать в сончас.

Фестиваль закончился, Геррит улетел в Германию. Но организаторы фестиваля обещают, что в следующем году клоун вновь появится на челябинском Арбате и в детских больницах.

Наталья Фют

Übersetzung:
 
Der Clown behandelt die Kinder mit einem Lächeln

In der onkologischen Abteilung des Tscheljabinsker Kinder-Krankenhauses trat kürzlich ein Clown auf. Gerrit Junghans reist durch verschiedene Länder, veranstaltet verschiedene Vorstellungen. Aber das Wichtigste in seinem Programm ist die psychologische Hilfe für die kranken Kinder. Clown Gerrit hat seine Methode der Behandlung – mit Hilfe des Lächelns.

Für eine Stunde lang hat sich das Foyer der onkologischen Abteilung in eine Zirkusarena verwandelt. Der Hauptdarsteller der Vorstellung – Clown Gerrit Junghans. Er ist aus Deutschland angekommen, um am internationalen Festival der Straßentheater teilzunehmen. Im Laufe von den drei Tagen trat er auf dem Kirowprospekt und auf dem Roten Feld auf, um die Tscheljabinsker Zuschauer zu unterhalten.

Ein obligatorischer Ort für die Aktionen des Clowns wurde auch die Kinderabteilung des Krankenhauses. Gerrit hält das Lachen und das Lächeln bei den kranken Kindern für notwendig: «Ich habe das Gefühl, daß es sehr wichtig ist: jemand ist gekommen und hat gelächelt. Kinder muß man nicht nur mit Medikamenten, sondern auch mit Herz behandeln.» Gerrit beschäftigt sich seit mehr 20 Jahren mit Clownerie, und war in dieser Zeit in verschiedenen Ländern und Städten. Und überall fährt mit ihm sein Koffer. Er sagt, daß sich darin alle seine Ideen befinden. Die Eltern erzählen, daß die Kinder schon seit dem Morgen auf den Clown gewartet haben, viele ihnen haben sich sogar nicht zum Mittagsschlaf gelegt, um den Clown nicht zu verpassen.

Das Festival ging zu Ende und Clown Gerrit reiste nach Deutschland zurück. Aber die Organisatoren des Festivals versprechen, daß im nächsten Jahr der Clown wieder auf Tscheljabinsker Arbat und in den Kinderkrankenhäusern erscheinen wird.

Natalia Fjut

video


Samstag, 4. Februar 2012

Bella ciao...

Dedicato alla memoria della resistenza italiana 
contro l'occupazione tedesca
 
Eccezionale versione polifonica di Bella Ciao, canto della Resistenza italiano, conosciuto in tutto il mondo ben più del nostro Inno nazionale. Sono gli Swingle Singers che la cantano proprio per noi a Roccatederighi nel 2002. Da non perdere e gustare da inizio a fine.

Samstag, 10. Dezember 2011

Слава Полунин - мастер клоунады

В 2007 году жители Петербурга выбрали самого знаменитого мастера клоунады в мире королем городского карнавала, во время которого Полунин устроил небывалое представление: его костюм, крылья парящих ангелов и даже верблюд – все было украшено лебяжьим пухом. После праздника маэстро разбил на пляже Петропавловской крепости огромный шатер и в течение двух недель дважды в день показывал свое легендарное «сНежное шоу».

Я каждое утро просыпаюсь, смотрю в зеркало и говорю себе: «Надо же, какой ты счастливый человек!» Я всегда нахожу в мире, в людях, в работе удовольствие, поэтому мне легко быть счастливым.

Понять, кем я хочу быть, мне помог Чарли Чаплин. Когда я первый раз увидел, что можно делать в немом кино, каким можно быть пронзительным, трагичным, смешным, как можно все это в себе совмещать, я сразу подумал: «Хочу быть таким, как он».

Время от времени у любого артиста, и у меня тоже, случаются провалы. Они обязательно должны случаться, чтобы тебя встряхивало. Иначе ты начинаешь превращаться в непроницаемую каменную глыбу, в памятник самому себе. Вот недавно я выступал в Шанхае. И вроде все было хорошо: полный зал зрителей, все довольны. Но я не получил никакого удовольствия от своего выступления, поскольку зрители не поняли меня, они хлопали просто потому, что я известный артист. Для меня это провал.

Мне всегда страшно, что меня не поймут. Вот я приезжаю в новый город, везде афиши с десятиэтажный дом. Люди пришли в надежде увидеть что-то нереальное, и тут выходит старый хрыч и начинает что-то там показывать…

Настоящий творец должен уметь вовремя почувствовать, когда делает что-то не то, остановиться, переосмыслить свои идеи и понять, что не так. Иногда я беру паузу дней в десять, сажусь на берегу озера и думаю, куда двигаться дальше.

Я встречал тех, кто считает, что клоунада и перформанс – не искусство. Меня это не раздражает. В любой сфере есть много ограниченных людей. И ждать, что каждый тебя поймет и полюбит, – глупо.

Я давно не отделяю жизнь от искусства. Для меня это одно целое.

Slawa Polunin – ein Meister der Clownerie
Im Jahre 2007 wählten die Einwohner von St. Petersburg den berühmtesten Meister der Clownerie in der Welt zum König des Karnevals, als Polunin der selbst nicht anwesend war – sein Kostüm, und sogar das Kamel, die Flügel der schwebenden Engel, alles war mit Schwanenfedern geschmückt. Nach dem Feiertag wurde am Ufer der Peter-Paul-Festung ein riesiges Zelt aufgeschlagen, wo der Maestro im Laufe zweier Wochen täglich zweimal seine berühmte "SnowShow" aufführte.

Ich wache jeden Morgen auf, sehe in den Spiegel und ich sage mir: "Wirklich, was bist du doch für ein glücklicher Mensch!" Ich habe auf der Welt, mit den Menschen und bei der Arbeit stets Vergnügen, deshalb fällt es mir leicht, glücklich zu sein.

Um zu verstehen, wer ich sein will, half mir Charlie Chaplin. Als ich ihn das erste Mal sah, daß man im Stummfilm so durchdringend, so tragisch und so komisch sein kann, und wie man das alles auf sich vereinen kann, dachte ich sofort: "Ich will so einer sein, wie er."

Von Zeit zu Zeit hat jeder beliebige Künstler, und so auch ich, mal einen Mißerfolg. Das muß auch unbedingt geschehen, damit es dich aufrüttelt. Andernfalls beginnst du, dich in den undurchdringlichen Steinblock, in ein Denkmal zu verwandeln. Ich trat vor kurzem in Shanghai auf. Und tatsächlich lief alles gut: der Saal war voller Zuschauer, alle waren zufrieden. Aber ich hatte keinen Spaß mehr an meiner Vorstellung, da haben die Zuschauer mich nicht verstanden, sie applaudierten einfach, weil ich ein bekannte Künstler bin. Für mich war das ein Mißerfolg.

Es ist immer furchtbar für mich, wenn ich nicht verstanden werde. Da komme ich in eine fremde Stadt, überall hängen die Plakate an den Hochhäusern über zehn Etagen. Die Menschen sind in der Hoffnung gekommen, etwas Unwirkliches zu sehen, und dann kommt so ein alter Knacker und beginnt dort etwas vorzuführen...

Ein wahrer Künstler soll beizeiten verstehen, wenn er etwas nicht so macht, wie er soll, wenn er stehenbleibt, und er soll über seine Ideen nachdenken, wenn etwas nicht so läuft. Manchmal nehme ich mir eine Pause von 10 Tagen, setze mich an das Ufer eines Sees und denke darüber nach, wohin ich mich weiter bewegen will.

Ich bin auch denen schon begegnet, die Clownerie und Performance nicht für eine Kunst hielten. Das stört mich nicht. Auf jedem beliebigen Gebiet gibt es viele beschränkte Menschen. Und zu erwarten, daß jeder dich versteht und liebgewinnen wird, ist einfach dumm.

Ich trenne seit langem nicht mehr das Leben von der Kunst. Für mich das ein Ganzes.

Dienstag, 18. Oktober 2011

Quo vadis „Clown“ ?

Ein Ausblick auf das ENDE der Clownerie.

Wie in diesem Bild zu sehen ist, befindet sich die „Clownerie“ (oder was man dafür halten mag!) in einer Phase des Niedergangs. Sie ist nicht mehr die unbeschwerte, geistreiche und dabei vergnügliche Unterhaltung wie in ihren besseren Zeiten, und erst recht nicht mehr der ironische oder gar satirische Ausdruck eines irgendwie gearteten, kritischen Zeitgeistes. Kinder haben meist ein sehr sicheres Gefühl für Gut und Böse. Hier ist es so: Der „Clown“ mutiert zum Kinderschreck und die Komödie flacht ab zum inhaltsleeren Geplänkel. Nicht einmal die Kunst vermag mehr eine Vision davon zu vermitteln, wie künftige Generationen miteinander umgehen sollten. Es herrscht Verwirrung. Nicht nur das ist unerträglich! Und es ist so, wie Abraham Lincoln schon sagte:

„Man kann alle Menschen für einige Zeit zum Narren halten und einige Menschen für alle Zeit, aber man kann niemals alle Menschen für alle Zeit zum Narren halten.“ 

Das allerdings ist keinesfalls die „Schuld“ der Narren selber, sondern vielmehr das Ergebnis einer durch und durch morbiden Gesellschaft. Was auch heißt: Nicht nur Politiker, Ökonomen, Psychologen, Moderatoren und andere selbsternannte Experten sind mit ihrem „Latein“ am Ende, sondern auch Künstler, Maler, Theatermacher und – horrible dictu! – Clowns. Wo in aller Welt gibt es noch gute Clowns? Und wo in aller Welt gibt es noch Menschen, denen man das glauben kann, was sie tun? Das Gedächtnis der Menschheit für Lösungen schwindet dahin, und ein Gefühl von Machtlosigkeit breitet sich aus. Sinnvolles Handeln setzt Erkenntnisse voraus. Und die Erkenntnis fällt eben nicht NICHT vom Himmel. Oder sagen wir es einmal anders: Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt, ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.(MARX) Es ist die erlebte Wirklichkeit, die das Denken prägt. Erst dann setzt das bewußte Handeln ein. Allein die Musiker werden wohl alle Zeiten überdauern...

Montag, 11. Juli 2011

Der Fotograf Andrej Pawlytschew

Ja, das waren noch Zeiten, als die Fotografie darin bestand, ein "durch Licht erzeugtes Bild mit Hilfe einer Kamera auf einer lichtempfindlichen Schicht chemisch festzuhalten und sichtbar zu machen". Das waren Zeiten, als die lichtempfindliche Schicht noch aus einer Gelatine bestand, in der winzig kleine Silber-bromidkristalle gleichmäßig verteilt waren, welche dann in einem chemischen Prozeß auf einem speziellen Fotopapier verewigt wurden, um sie der Nachwelt zu überliefern. Eine Digitalkamera speichert heute mehrere Tausend Fotos auf einem winzigen Chip, was aber das einzelne Bild durchaus nicht wertlos macht. Im Gegenteil. Die Kunst der Fotografie besteht heute vor allem darin, das Wesentliche sichtbar zu machen, sei es in Farbe, Form oder Gestalt. Und das Bild zwingt den Betrachter, innezuhalten und darüber nachzudenken. Und wenn von Tausend Bildern eines nur gelungen ist, so sagt dieses eine eigentlich viel mehr aus, als man mit Worten ausdrücken kann.  
Andrej Pawlytschew ist ein solcher Fotograf, dem es gelingt, sehr bemerkenswerte Momente, amüsante Details und beinahe schon symbolische Konstellationen einzufangen. Fast verträumt beobachtet er den Schatten eines Geländers, eine verbogene Dachrinne oder zwei spielende Kinder, immer jedoch hat er einen fast pathetischen Blick für das Unwiederholbare, das Seltsame, das Schöne. Und das spiegelt sich auch in den Farben seiner Bilder wider, die nicht selten bis ins Bizarre überhöht sind.
Wenn Andrej Landschaften fotografiert, oder wenn Menschen auf seinen Bildern zu sehen sind, immer scheint der Fotograf den Moment für die Ewigkeit festhalten zu wollen.  Die Aufnahmen strahlen eine Ruhe aus, die fast schon wieder beunruhigend ist. Es sind Bilder von einer unbestimmten Sehnsucht, die alles andere als nostalgisch ist; Andrej ist Realist und er hat (ähnlich wie ein Clown) einen fotografischen Instinkt für das scheinbar Nebensächliche, was nun doch auch wieder so bedeutsam erscheint. Die Komik einer Situation werden wir im Bild jedoch vergeblich suchen.

Als 2010 in Tjumen das Festival "Сны Улиц" stattfand, wich Andrej uns kaum von der Seite. Durch den LCD-Monitor seiner Kamera beobachtete er jede Bewegung, jeden interessanten Ablauf des Geschehens. Vielleicht war der Inhalt der Inszenierung auch nicht immer von Bedeutung, Andrej jedenfalls hatte stets seine eigene Interpretation...
Man mag darüber nachdenken, ob hier die Geister über die Clownerie gesiegt haben, oder ob die weisende Hand wie selbstverständlich auf das Naheliegende deutet, was oft so schwer zu erkennen ist. Die gesichtslose Maske mit dem farblosen Gewand scheint beschützend den Arm um den Clown gelegt zu haben, sein erschreckter Gesichtsausdruck deutet aber auf etwas ganz anderes hin. Der Fotograf läßt hier die Frage offen...

Ein guter Clown ist ein Spiegel seiner Zeit...

Wenn man bei "facebook" oder in anderen Netzwerken nachschaut, wird man eine Unmenge eigenartiger Gestalten mit bunt geschminkten Gesichtern vorfinden, die sich als "Clowns" bezeichnen. Wir finden diesen Begriff in allen Sprachen der Welt:

Clown مهرج Payasos Клоун Pallasso Klaun Klovn دلقک Klaŭno Badut Pagliaccio ליצן Bohóc കോമാളി Palhaço Klovni Palyaço



Doch was ist das eigentlich: ein Clown?  

Die Geschichte verweist uns auf zahlreiche Beispiele künstlerischer Einmaligkeiten, auf Darbietungen und Charaktere von unwiderstehlicher Komik und Ausstrahlung, die vom Publikum belacht und schließlich sogar verehrt wurden. Unvergänglich sind Namen wie Grimaldi, Debureau, Chaplin, Karandasch, Grock, Nikulin, Marceau, Popow und Polunin. Nicht immer waren es die buntbemalten Gesichter und die vielfarbigen Kostüme, von denen die größte Wirkung ausging. Es waren vielmehr diejenigen Akteure mit einem tiefen Verständnis für die Schönheiten und die Tücken ihrer Zeit, in welcher sie lebten. Sie vermittelten den Zuschauern das Gefühl, verstanden worden zu sein, was diese sogleich mit einem vielstimmigen Lachen quittierten. Ein Clown ohne Publikum ist nicht vorstellbar, wohl aber eine Wiese ohne Blumen. In dem Buch "Clown und Zeit" schreibt N.M.Rumjanzewa:

...geniale Clowns, die einer ganzen Zuschauergenera­tion als Symbol für die Clownkunst dienen könnten, gab es immer nur wenige. Ein Clown bietet keine neuen Ideen an, entdeckt keine Wahrheiten, aber seine Worte, ja sogar seine unausgesprochenen Gedanken versteht jeder. Und jedem von uns ähnelt er... Bei ihm versteht man alles. Nur eines nicht: Worin liegt nun eigentlich das Geheimnis seines Erfolges? Worin liegt das Geheimnis seiner Figur? Denn so ein Geheimnis gibt es. Die Zuschauer machen sich darüber natürlich keine Gedanken. Sie kommen in den Zirkus, um zu lachen und zu staunen. Auch die Kunstwissenschaftler haben sich lange keine Gedanken darüber gemacht. Auf den ersten Blick mag es seltsam anmuten, daß es Aufzeichnungen über die Arbeit von Clowns erst seit etwa hundertfünfzig Jahren gibt, nachdem die stationären Zirkusse eröffnet wurden. Hat denn die Kunst der Clowns wirklich erst im vergangenen Jahrhundert ernsthaftes Interesse ausgelöst?

Gute Clowns sind doch überdurchschnittliche. Schauspieler und waren immer beliebt. Clowns und Spaßmacher werden in Berichten über wichtige historische Ereignisse unter­schiedlicher Epochen, in Chroniken und Memoiren erwähnt, und sie scheinen auch gar nicht eine so einfache Rolle gespielt zu haben, wie wir uns das heute bequemerweise vorstellen möchten, das heißt so, als hätten sie die Würdenträger und Herrscher nur unter­halten. Es sind Fälle bekannt, in denen sich Monarchen mit ihren Hofnarren berieten und auf deren Intuition, Geist und Aufrichtig­keit ohne weiteres vertrauten. Dazu zwei aufschlußreiche Anekdo­ten: Als der neunjährige französische König Ludwig XIII. den Thron bestieg, meinte Kardinal Richelieu, nun brauche der junge König noch einen neuen Hofnarren, da er sich sonst in den Staats­geschäften schlecht zurechtfinden würde. Und Ludwig IX. ver­schob den Kreuzzug nach Ägypten um mehrere Stunden, da sich sein Hofnarr verspätete. »Wenn sich mein Hofnarr verspätet, be­deutet dies, daß die Zeit zum Aufbruch noch nicht gekommen ist«, erklärte er.
 

Zufällige Fakten, Kuriositäten und Launen der Großen dieser Welt? Aber ähnliche Fakten wiederholten sich allzu oft, um nur Zufälle sein zu können. Übrigens erzählt eine weitere Legende, als Ludwig XIV., der Sonnenkönig, ausrief: »Der Staat bin ich«, hätte sein Hofnarr schallend losgelacht, sich am anderen Tage ein kleines Häuschen gezimmert, eine Papiersonne über den Kopf gehängt und habe dann das Häuschen mit Füßen getreten. Der Staat bin ich, also tue ich, was ich will so legte er die Worte des Königs aus. Ludwig verstand das, lachte und sagte: »Und mein trefflicher Hof­narr ist der Spiegel des Staates.« Damit hatte er eines fast richtig getroffen: 

Ein guter Clown ist ein komischer Spiegel seiner Zeit.

Buch: Natalia Rumjanzewa, Clown und Zeit, Henschelverlag, Berlin 1989, S.7-8.

..Настоящих клоунов ... которые могли бы служить символом искусства клоунады для целого поколения зрителей, всегда мало. Клоун не предлагает новых идей, не открывает истин, и каждое его слово, даже невысказыванная мысль совершенно понятны. И он так похож на каждого из нас... В нём всё понятно. Кроме одного: в чем всё-таки секрет его успеха? В чём тайна маски клоуна? Тайна эта есть. Об этом слишком долго не задумывались искусствоведы. И зрители об этом не задумываются. Они приходят в цирк, чтобы смеяться.

На первый взгляд кажется странным, что записи о работе клоунов, статьи в прессе, имеющие искусствобеческую ценность, появились всего лет сто пятьдесят назад, после открытия стационарных цирков. Неужели только я прошлом веке (зн. в ХIХ. веке, G.J.) искусство клоунов стало взывать серьёзный интерес? Но почему?.. Ведь хорошие клоуны это незаурядные актёры. И клоунов любили всегда. Упоминания о клоунах встречаются в рассказах о важнейших исторических событиях разных эпох, в хрониках, мемуарах. И, похоже, они играли не только для развлечения вельмож и государей. Известны случаи, когда монархи советовались со своими любимцами, вполне доверяя их интуиции, уму и искрености. Любопытный факт: при выступлении девятилетнего французского короля Людовика ХIII. на престол будущий кардинал Ришелье сказал, что надо, чтобы у молодого короля был новый шут, иначе он не будет плохо разбираться в государственных делах. А Людовик IX Святой отложил крестовых поход в Египет на несколько часов из-за опоздани шута. Он сказал, что, если опаздывается его шут, значит, ещё не время выступать.

Случайные факты, мелочи, шутки, наконец, капризы великих мира сего, не так ли? Но такие факты слишком часто повторялись, чтобы относиться к ним только как случайностям. Кстати, ещё одна легенда рассказывает, что, когда Людовик XIV, Король-Солнце, воскликнул: «Государство это я», его шут громко захохотал. На другой день смастерил маленький домик и бумажное солнце. Солнце он повесил у себя над головой, а домик стал поддавать ногами. «Государство это я» значит, что хочу, то я и делаю. Так трактовал он слово короля. Людовик понял, засмеялся и добавил: «А вот мой славный шут это зеркало государства». Клоун это комическое зеркало времени. Так точнее было бы сказать сегодня.

Н.М.Румянцева, Клоун и время, М. "Искусство" 1989, стр.1-2.

Mittwoch, 20. April 2011

Der Zirkus im Wandel der Zeit

Kürzlich erschien in der Zeitung ein Artikel über den eskalierenden Konkurrenzkampf zweier konkurrierender Zirkusfamilien. Das ist ein bedauerlicher Vorfall, zumal es gerade in diesem Beruf auf Hilfe und Verläßlichkeit, auf Kameradschaft und artistische Fairness ankommt.


Soviel ich weiß, ist in den letzten Jahren nicht mehr viel über die gegenseitige Hilfe und kameradschaftliche Zusammenarbeit geschrieben worden, wie sie beispielsweise für den Sowjetischen Staatszirkus, charakteristisch waren. Ältere Artisten, die das noch miterlebt haben, können sehr wohl davon berichten. Da gab es zwar auch mal diesen oder jenen kleinen Streit, aber es gab einfach keine derartig eskalierenden Auseinandersetzungen, wie sie heute unter konkurrierenden Zirkusunternehmen üblich sind. Und dabei ist eine solche Entwicklung für heutige Verhältnisse ganz und gar zwangsläufig. 

"Der Artist", so schreibt Mario Turra, "der bis dato – vergleichbar mit einem Familienhandwerksbetrieb – mit Frau und Kindern in einer klapprigen Marignotte durch die Lande zog, um als Seiltänzergesellschaft – vielleicht noch mit ein oder zwei von ihm ausgebeuteten Eleven sein armseliges Leben zu fristen, wird nun durch durch freie Marktwirtschaft gezwungen, in größeren Gruppen aufzutreten. Er muß gegenüber dem Theater konkurrenzfähig werden, das bereits einige Zeit vorher denselben Schritt getan hatte. Der frühere Prinzipal wird zum Direktor, der sich mit der Zeit  alle Eigenschaften eines kapitalistischen Industrie-Unternehmers aneignet.  
  Ohne diesem Zirkusdirektor nun alle künstlerischen Amitionen abstreiten zu wollen, ist dessen Ziel jedoch, möglichst viel zu verdienen, um seinen Zirkus konkurrenzfähig erhalten zu können, damit er sich und seine Familie gut ernähren und auch noch einen 'Notgroschen' fürs Alter zurücklegen kann. Er braucht also das gutsituierte Bürgertum, das ihm die Kassen füllt. Aber er weist auch den Pfennig des Proleten nicht zurück, denn 'Kleinvieh macht auch Mist'. Das weiß er noch aus der Zeit, in der er mit dem Teller sammeln ging." ¹

Die Gründe für diese gewalttätigen Auseinandersetzungen, die sich kürzlich in Regensburg ereigneten, sind also – und das sei hier zur Ehrenrettung dieses Berufs gesagt – keineswegs in der "Gewaltbereitschaft" der Artisten zu suchen. Sie liegen vielmehr in den sich verschlechternden  Verwertungsbedingungen der artistischen Berufe. Soviel künstlerisches Geschick, und soviel Sensibilität auch erforderlich sein mögen – eine Zusammenarbeit im Sinne kameradschaftlicher Arbeitsbedingungen kann und wird es nur geben, wenn die Menschlichkeit über den privaten Egoismus siegt. Vorerst jedoch ist den Beteiligten zu raten, sich nicht gegenseitig zu bekriegen, sondern gemeinsam etwas gegen die Ursachen dieses Zustandes zu unternehmen, und – wie der Clown sagt: 

EIN  LÄCHELN  HILFT  IMMER !

¹ Mario Turra, Das Lachen des Clowns, Henschelverlag, Berlin, 1972, S.43

Donnerstag, 14. April 2011

Der Clown und sein Publikum

Clown Gerrit in Neuruppin
Es gibt kaum eine Verbindung zwischen Menschen, die unkomplizierter, unmittelbarer und freundlicher wirkt, als ein Lächeln. Der professionelle Clown ist ein Meister dieses Fachs. Er ist ein Brückenbauer.  Mit der Sprache der Pantomime  bringt er Menschen miteinander in Kontakt. Ein Blickkontakt, ein Wink, und eine Lächeln huscht über's Gesicht wer könnte dem widerstehen...

Der Clown geht auf das Publikum zu, ob alt oder jung er bezieht die Menschen ein in sein wortloses Spiel. Mit seinem großen Koffer ist Clown Gerrit nicht zu übersehen. Er trägt ihn mit Leichtigkeit. Mühelos schlüpft er in verschiedne Rollen den Spaziergänger, den Zahnarzt, den Kellner und den Beamten, den Lehrer oder den Touristen.  (...)  Und es sind nicht nur die großen, weltbewegenden Dinge, welche Menschen miteinander verbinden oft sind es auch schon kleine Gesten. Es ist die Achtsamkeit, die Hilfe und die Freundlichkeit, um Vorurteile und Mißverständnisse aus dem Weg zu räumen und eben jene Brücken zu bauen, über die man sicher gehen kann.