Samstag, 25. Februar 2017

Woher kommt das Lachen?

"Wahre geistvolle Geselligkeit ist ohne Humor gar nicht denkbar" [1], sagte Jean Paul. Aber ist denn Clownerie eigentlich nicht viel mehr als nur Geselligkeit, als Spaß und geistreiche Unterhaltung? Sollte ein Clown nicht auch anregen zum Mitdenken, zum Nachdenken? "Die Komödie", schrieb der revolutionär-demokratische russische Philosoph und Kunsttheoretiker Wissarion Belinski (1811-1848), "erfordert einen tiefen und scharfen Blick bis auf den Grund der gesellschaftlichen Moral. Dabei ist es notwendig, daß der humoristische Beobachter durch seine Einsicht über den Dingen steht." [2] Was kann man von einem Clown besseres verlangen, als daß er über den Dingen steht! Sein Anspruch sollte also höher sein... 

Nun gibt es allerdings verschiedene Arten des Lachens. Harmlose und billige Witzchen, die man heute überall findet, hat Belinski damit ganz sicher nicht gemeint. Und auch wenn gesellschaftliche Widersprüche einem zunächst erst einmal die Tragik der Situation bewußt machen - Komisches befreit und Komisches ermutigt! Darin besteht die große Kunst und auch die Chance der Clownerie: sie verschafft Erkenntnisse und sie macht Mut. Jurij Borew schreibt:

Komik der Situationen

Dort, wo ein gesellschaftlicher Widerspruch vorhanden ist, gibt es immer zwei miteinander im Kampf liegende Seiten. Eine der Seiten des Widerspruchs ist immer konservativ, schlecht und niedrig. Sie ist auch diejenige, die die objektive Grundlage für die Kritik und insbesondere auch für die Anwendung der Waffe des Lachens, für die besondere emotionale Kritik in sich enthält. 

Das Komische in der Wirklichkeit wird durch die gesellschaftlichen Widersprüche hervorgebracht. Das Komische in der Kunst ist das Resultat ihrer Erfassung der Darstellung: Ein gesellschaftlicher Widerspruch, wenn er nur irgendwie wesentlich ist, muß notwendigerweise wenigstens unentwickelte Elemente des Komischen enthalten. ...

Die Komik der Darstellung

Wirklich kann eine Handlung nur dann zutiefst komisch sein, wenn sie „mit vollem Ernst“ ausgeführt wird, wenn der Mensch seine eigene Komik nicht bemerkt. Das ist für die Schauspielkunst besonders wichtig.  Je ernster der Schauspieler sich zu den komischen Schicksalen seines Helden verhält, je tiefer er sich in ihn hinein versetzt und sich die gesamte Logik im Verhalten der Figur zu eigen macht, desto tiefer ist die Behandlung des komischen Wesens der Rolle.

Quelle: Jurij Borew, Über das Komische. Aufbau Verlag Berlin (DDR) 1960, S.103/ 125.

[1] Jean Paul, Ausgewählte Werke, Bd.3, Otto Hendel Verlag, Berlin o.J., S.202. 
[2] Wissarion Belinski, Sämtliche Werke, Moskau 1955, Bd.VIII, S.68 (russ.). 

Sonntag, 5. Februar 2017

Warum wir lernen müssen...


Nichts ist für einen erwachsenen Menschen schlimmer, als ständig gegängelt zu werden. Wenn immer jemand Fremdes bestimmt, was wir zu tun und zu lassen haben, wenn Vorschriften und Anweisungen das Leben bestimmen. Um sich aus dieser Unmündigkeit zu befreien, brauchen wir Wissen. Denn nur wer seine Lage erkannt hat, kann sie auch verändern. Allerdings wußte schon der Philosoph Immanuel KANT (1724-1804), daß dem zwei wesentliche Hindernisse im Wege stehen, nämlich die Feigheit und die Faulheit. Beides ist überwindbar. AUFKLÄRUNG. Das ist der einzige Weg, sich aus Bevormundung zu befreien.

 
Und was soll man denn nun lernen? Fakten, gesetzmäßige Zusammenhänge, Hintergründe. Wichtig ist eine exakte Terminologie, wichtig sind klare Begriffe. Nur durch dieses Vordringen zu Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten, zum Wesen eines Dinges, eines Vorgangs oder einer Erscheinung werden Kenntnisse zu Erkenntnissen. Sie sind die Bausteine einer wissenschaftlichen Weltanschauung. Und das gilt für die Naturwissenschaften ebenso wie für die menschliche Gesellschaft. Alexander HERZEN (1812-1879) hat einmal gesagt: 

„...einzig  und allein die Unwissenheit ist der Grund des Pauperismus und der Sklaverei.
(A Herzen Mein Leben. Memoiren und Reflexionen“. Berlin, 1962, Bd.3, S.507)

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Ein Kaffeestündchen beim Präsidenten


Neulich waren wir zu Gast beim Präsidenten des Landesverwaltungsamtes, Frank Roßner, in Weimar. Wir das sind Christian Spreda und Clown Gerrit. Christian ist der Inhaber des neueröffneten "Café Cat" in der Karl-Liebknecht-Str. 20 in Weimar. Dort gibt es noch echten handgemachten Kaffee, gemahlen und gefiltert ganz wie zu Hause! Bei einem Plauderstündchen verriet uns Christian ein paar Geheimnisse aus der Kaffeeküche und Frank Roßner steuerte einige verwaltungsamtliche Anekdoten bei, die wir hier nicht weitererzählen werden. Zum Schluß spielte Clown Gerrit noch ein etwas schräges Musikstück auf seiner Konzertina, und so fand der schöne Nachmittag einen ebenso heiteren wie würdigen Ausklang. Schließlich hat ja so ein Präsident auch nicht immer Zeit für ein Plauderstündchen bei einer Tasse Kaffee... 

* * *
Und wenn Sie, lieber Leser, gerade einmal in Weimar sind, bei Goethe und Schiller waren, und nun Lust auf ein gediegenes Täßchen Kaffee haben, dann kommen Sie doch einfach mal vorbei im "Café Cat" in der Karl-Liebknecht-Straße 20.


Dienstag, 27. Dezember 2016

Polunin: Ein Refugium der glücklichen Menschen

Angekommen. Slawa Polunin ist ein Clown. Es gab und es gibt viele gute Clowns, sehr gute Clowns. Doch ich kenne nicht einen einzigen Clown, der so präzise, so nuancenreich und tiefsinnig das menschliche Wesen, menschliche Eigenheiten erfaßt und dargestellt hat, wie Slawa Polunin. Geboren in Leningrad am 12. Juni 1950, absolvierte er das Leningrader Staatliche Kulturinstitut "Nadeshda Krupskaja" und danach die Estradenabteilung des Staatlichen Theaterinstituts (GITIS) in Moskau. Eine bessere Ausbildung gab und gibt es nirgends auf der Welt. Ich lernte Slawa 1979 in Leningrad kennen.

In den 1980er Jahren war Slawa Polunin einer der Gründer des berühmten sowjetischen Pantomimentheaters "Lizedej", eines Künstlerkollektivs, das schon damals mit spektakulären Aufführungen auf sich aufmmerksam gemacht hatte. Unter anderem in Berlin, der Hauptstadt der DDR, zu den Pantomimetagen. Im März 1985 trafen wir uns wieder. Ich sah dort im Palast der Jugend (Дворец молодёжи) die Aufführung "Das Leben der Insekten" (Жизнь назекомых), eine großartige, begeisternde Theater-Aufführung mit einer ausgezeichneten Besetzung. Polunin war talentiert, keine Frage, aber er hatte auch ebenso talentierte und fleißige Mitstreiter. Alljährlich zum Neujahrstag konnte man Polunin im Ersten Programm des sowjetischen Staatsfernsehens erleben. Jedem in der großen Sowjetunion war Slawa Polunin ein Begriff. 

Während nun Polunin zielstrebig am Programm seiner Truppe und an verschiedenen Darbietungen arbeitete, unternahm ich einige wunderbare Reisen quer durch die Sowjetunion und war als Clown zu Tourneen mit anderen Künstlerkollegen (u.a. Takayo, Karussell, Kerstin Rodger) in der DDR, in Bulgarien, Polen und der Mongolei unterwegs... dann änderten sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Welt rapide.

1989 ging Polunin erstmals mit seiner Truppe auf Europa-Tournee. Die "Karawane des Friedens" zog von Moskau nach Berlin, und sie fand überall begeisterten Zuspruch. Viele bekannte Künstler schlossen sich ihr an.

Das größte Ereignis seiner langjährigen erfolgreichen Laufbahn als Clown und Pantomime ist wohl "Slawa's Snow Show". Damit wurden Slawa und sein Künstlerkollektiv weltberühmt. So erfüllte sich nun auch sein Kindheitstraum - die Zauberwelt eines Clowns, ein Refugium der glücklichen Menschen..

Polunin: "Das ist ein großartiger Beruf, fröhlich und glücklich zu sein. Und die Menschen haben das noch nicht schätzen gelernt." Aber man kann es auch anders sehen - diese Meinung teile ich jedoch nicht. Der amerikanische Clown David Shiner sagt dazu: "Die fundamentale Grundlage der Clownsfaxen ist das menschliche Leid. Es ist die Transformation der menschlichen Schmerzen in Gelächter." 

Полунин: "Это великая профессия — быть радостным и счастливым. И люди ещё не оценили это" - Шайнер: "Фундаментальная основа клоунского кривляния — человеческое страдание. Это трансформирование человеческой боли в смех" * — большая часть фильма на английском, но не владеющим можно просто смотреть "атмосферу". И в дополнение ссылка на чудесную "Международную академию дураков"

Auch: Slawa Polunin und Slawa Polunin zum 60.Geburtstag

video
 
Im folgenden sehen Sie diesen schönen Film (Sprache: engl.):

Donnerstag, 3. November 2016

Oleg Popow - der sonnige Clown..

 (1930 - 2016)                  

Er war ein talentierter Clown, ein durchaus liebenswerter Clown...

Sein Debüt

Oleg Popow begann seine Kindheit als Clown mit Weltruhm. Er hatte seinen »glücklichen Zufall«, den er nicht versäumte. Absolviert hatte er die Staatliche Schule für Zirkuskunst als Schlappseiläquilibrist, Seine leicht exzentrische Nummer verschaffte ihm die Sympathien der Zuschauer. Früher oder später wäre es sowieso passiert, jedoch er kam rascher und unerwarteter, als er vermuten konnte, als Clown in die Arena. Der Pausenclown war erkrankt, und Oleg Popow wurde gebeten, ihn einige Tage zu vertreten. Er sagte zu, und obwohl sein Debüt noch mangelhaft und unvorbereitet war, zeigte sich am selben Abend, daß das Publikum gerade eine solche komische Gestalt akzeptierte, daß er Clown sein konnte. 

Weltruhm

Die sowjetischen Zuschauer hatten Oleg Popow kaum richtig kennengelernt, und als Clown hatte er nicht einmal richtig ihre Liebe erringen und sich einen Namen machen können, da faßte die Zirkusverwaltung bereits den Beschluß, ihn zum ersten Auslandsgastspiel des sowjetischen Zirkus 1956 mitzunehmen. Daß er noch keine Erfahrungen mit politischen, satirischen und aktuellen Reprisen hinter sich hatte, half ihm nur. Oleg Popow trat in Belgien, Frankreich und England auf und hatte Erfolg. Man nannte ihn den »sonnigen Clown«. Danach lernten ihn die Moskauer bereits als Clown kennen, den man in den besten europäischen Zirkussen akzeptiert hatte. Er wurde augenblicklich berühmt. Oleg Popow lächelte vom Bildschirm und von der Leinwand, von den Umschlägen illustrierter Zeitungen, von Plakaten, Ansichtskarten und Ladentischen in Spielzeuggeschäften. Es schien, als sei der Ruhm zu ihm genauso leicht gekommen, wie er selber so leicht auf dem Schlappseil spazierenging und mit dem Spazierstöckchen herumfuchtelte. In einem Film zeigte man ihn auch so: Beim Spaziergang auf dem Seil mit London, Paris, Brüssel und New York als Hintergrund. 

Eine gemeinsame Sprache

Eigentlich waren es nicht irgendwelche umwerfenden Gags oder seine Reprisen, die die Zuschauer verblüfften. Eindruck machte Popows Erscheinung. Er widerlegte die bislang herrschende Meinung, Russen seien ungesellig und gehemmt. Die Natürlichkeit seines Verhaltens und seine Freundlichkeit lösten auch bei den Zuschauern Herzlichkeit aus. Er war bereit, mit jedem Publikum eine gemeinsame Sprache zu finden. Er lächelte offen und aufrichtig, und dieses Lächeln gefiel sofort.

Die Kunst des Clowns

Natürlich war in den Ereignissen der Kunst nicht alles so elementar, geradlinig und ohne Ausnahmen, wie man das in zwei, drei Sätzen sagen kann. Der Wechsel der Ästhetikformen ist ein komplizierter Prozeß, der es an sich schon wert wäre, eingehend untersucht zu werden. Aber für uns ist es wichtig zu verstehen, daß Karandaschs langer Erfolg nicht nur mit den großen Möglichkeiten seiner Figur zusammenhing, sondern auch mit objektiven Ursachen und Zeitereignissen, die nicht von ihm abhängig waren. Bei Oleg Popow war es umgekehrt.

Zeitgeist

Aus Gründen, die nicht von ihm abhingen, änderte sich die Zeit derart zügig und schnell, daß seine Figur nur sechs, sieben Jahre in die Zeit paßte. Um weiter den ersten Platz zu behaupten, hätte sie einen neuen Inhalt bekommen müssen, hätten ihr neue Züge hinzugefügt werden müssen. Das aber wußte Oleg Popow nicht. Der Charme seines sonnigen Lächelns löste sich allmählich auf in Estradensujets und Feuilletonreprisen, die der Figur nicht die erforderliche Nahrung boten, um nach wie vor Ausdruck von Popows Geist, Charakter und Wesen sein zu können. Aber kann man das Qleg Popow eigentlich zum Vorwurf machen? Bei Künstlern ist das lächerlich.

Der Beifall des Publikums

Die Zuschauer sind ungeduldig. Besonders die im Zirkus. Ihnen geht es um das Endergebnis und nicht darum, wie es dazu kommt. In schöpferischer Arbeit aber steckt ja auch noch zugespitzte Eigenliebe. Es gibt wohl kaum einen Clown, noch dazu einen so begabten wie Popow, der nicht bis zum letzten Tag in der Manege immer wieder Beifall hören möchte. Er glaubt an seine Erscheinung, an sein »Ich«. Mehr als jeder andere. Aber irgend etwas kann er einfach nicht verstehen oder ausführen. Sei es auch, weil er nicht die Veranlagungen dazu hat ... Wie kann man überhaupt einem Clown, der sich so selbstlos in der Arena »produziert«, um uns Freude zu bereiten, Vorwürfe machen?

Was bleibt?

Tragikomische Züge fehlten Oleg Popow, und gerade sie hätten seiner Figur geholfen, erwachsen zu werden und zu reifen.... Oleg Popow aber war vor gar nicht allzu langer Zeit erst wieder von einer weiteren Buropatournee zurückgekehrt, hatte dort einen herzlichen Empfang erfahren und den Erasmus-von-Rotterdam-Ehrenpreis bekommen (den Chaplin als erster erhalten hatte). Die Jahre des Suchens waren für den Meister nicht umsonst vergangen, und wahrscheinlich hatte er inzwischen begriffen, was er sich früher nicht einmal eingestehen wollte. Jetzt lagen in seinem Lächeln Weisheit und Verständnis. Wir aber – können wir etwa den jungen blauäugigen Clown vergessen, wie er über das Seil spaziert, mit seinem Spazierstöckchen hin und her fuchtelt, mit Töpfen, Kartoffeln und Gabeln jongliert? Es waren Eindrücke, die wir wie Jugenderinnerungen für immer behalten. 

Quelle: Natalja Rumjanzewa: Clown und Zeit. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft Berlin, 1989, S.50-69 (Auszüge) 

NB. Schon 1956 verließ Popow sein Heimatland, daß er dort starb will nichts besagen. Doch was war dafür der Grund? In einem Interview äußerte er einmal, er wolle von seinem Beruf auch „anständig leben können. Konnte er das damals nicht? Nunja, ihm ging es nicht besser und nicht schlechter als Millionen anderer seiner Landsleute auch, in diesem vom Krieg der Nazis verwüsteten Land. Sie mußten nicht hungern. Doch das Land mußte erst wieder aufgebaut werden. Und es wurde aufgebaut. Und Popow? Er hat den bequemeren Weg gewählt.

Dienstag, 25. Oktober 2016

Gedanken beim Betrachten eines Fotos

Was ist eigentlich ein Clown?
Nachbetrachtungen zu einem Zeitungsfoto

Als ich kürzlich die Zeitung aufschlug, war ich nicht schlecht erschrocken: DAS sollen Clowns sein? Da lautete schon die Überschrift reichlich bedrohlich „Clown mit Kettensäge“ [1]. Nun weiß ich natürlich nicht, ob ein Clown jemals ein solches martialisches Instrument in seinem Requisitenkoffer mit sich herumschleppte, doch eines war mir klar: der Clown ist alles andere als ein Ganove. Von alters her war der Clown schon immer ein Spaßmacher, ein Publikumsliebling, ein Freund der Kinder und Erwachsenen – und nicht selten der unbestrittene Höhepunkt einer Zirkus-Vorstellung.

Oder eben anders gesagt: ein „Sympathieträger“, wie es ein Künstleragent mir gegenüber einmal äußerte. Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Denn „Spaß“ auf Kosten der Zuschauer ist keine Clownerie. Niemals gab es in der Geschichte der Clownerie solche perversen „Entgleisungen“ wie die, welche seit einiger Zeit aus den USA zu uns herüberschwappen. Da gibt es eine ganze Verbrecherkartei von „Unbekannten“, die des Nachts an dunklen Ecken bunt kostümiert und mit böse grinsenden Masken unbescholtene Bürger überfallen und Kinder erschrecken...

Und ich kenne die Geschichte der Clownerie ziemlich genau. Viele berühmte Clowns haben sich im Laufe der Jahrhunderte in das „Goldene Buch“ der Clownerie eingeschrieben, haben die Menschen zum Lachen und zum Nachdenken gebracht, haben parodiert, imitiert und veralbert, haben ihren Schabernack getrieben oder einfach nur witzige Situationen vorgeführt. Sie haben ihr Publikum geachtet – und sie wurden geliebt und bewundert.

Berühmte und beliebte Clowns...

Da gab es (und gibt es!) Clowns im Zirkus und auf der Bühne, Clowns im Krankenhaus und im Seniorenheim, Clowns im Theater und im Varieté, Clowns im Kindergarten, Clowns auf Geburtstagsfeiern und bei großen Gala-Veranstaltungen. Viele berühmte Namen könnte man da nennen: Grimaldi, Grock und Charlie Chaplin, Gardi Hutter und Clown Dimitri, Karandasch und Slawa Polunin, Galetti, Juri Nikulin und Oleg Popow, Charlie Rivel, Clown Nuk, Ankeblümli und Clown Clemil, Rainer König, Eddi und Locci und nicht zuletzt Clown Ferdinand. Man kann sie gar nicht alle aufzählen. So reich ist die Vergangenheit an Schönem, Lustigem und Bewegendem. Berühmt waren vor allem die sowjetischen Clowns. Weniger schön, doch wohl aber lustig waren auch solche „traurigen Clowns“ wie der etwas heruntergekommen aussehende amerikanische Trampclown Otto Griebling, der in den USA große Erfolge feierte. Einen „Horrorclown“, wie diese in der Zeitung, gab es unter denen jedoch nie.

Der Schriftsfteller Heinrich Böll hat versucht, in seinem Buch „Ansichten eines Clowns“ gewissermaßen das „Innere“ eines Clowns zu beleuchten. Er stellt einen traurigen Clown dar, was schon ein wenig widersprüchlich ist, denn auch der Clown ist ja nicht eine „gespaltene Persönlichkeit“, sondern ein lebendiger Mensch mit all seinen Stärken und Schwächen, seinen Freuden und Leiden, seiner Zärtlichkeit und seinem Spott, und er will vor allem die Menschen zum Lachen bringen – und nicht zum Weinen. So daß man eigentlich nicht davon reden kann, wie Böll es tut: „Ich langweile mich über mich selbst.“ [2] Das ist kein Clown, sondern eine tragische Figur!

Worin liegt nun das Geheimnis des Clowns?

In ihrem Buch „Clown und Zeit“ schreibt Natalia Rumjanzewa: „Clowns sind doch überdurchschnittliche Schauspieler und waren immer beliebt.“ Und weiter: „Natürlich ist die Kunst des Clowns sehr kompliziert, und seine Gestalt läßt sich nicht in den Rahmen einer Zirkusvorstellung pressen, denn sie besteht in unserem Bewußtsein unabhängig von den Vorgängen während dieser Vorstellung. Wir können sogar konkrete Gags dieses Clowns vergessen, aber wir erinnern uns, wie er gegangen ist, wie er sich umgedreht hat, wie er gelächelt hat, was für einen Gesichtsausdruck er hatte, und wir finden darin etwas sehr Komisches und uns Vertrautes. Für uns symbolisiert der Clown das Lachen.“ [3]

So sind gute Clowns also immer eine Bereicherung. Sie sind der Grund für Spaß und Heiterkeit, und sie geben allemal auch Grund zum Nachdenken. Was kann man Besseres darüber sagen als Paul Cézanne:

Meinen Harlekin habe ich gemalt,
weil ich die Zeit, in der ich lebe,
verstehen wollte.“
CLOWN GERRIT


[1] Siehe Ostthüringer Zeitung vom 22. Oktober 2016, Seite 8.
[2] Heinrich Böll: Ansichten eines Clowns. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1967, Seite 101. 
[3] Natalia Rumjanzewa: Clown und Zeit. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1989, Seiten 7 und 9. 


Lies dazu auch: wipokuli
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Und das bin ich:


 Clown Gerrit - der unbestrittene Publikumsliebling bei einer Veranstaltung in Meppel (Holland)

(P.S. Dieser Artikel von mir wurde am 08.11.2016 in der Ostthüringer Zeitung abgedruckt. Ein Honorar erhielt ich dafür jedoch nicht. Nicht einmal ein Wort des Dankes...)

Mittwoch, 15. Juli 2015

Warum muß man Kinder in den Zirkus führen? / Почему детей нужно водить в цирк




Warum muß man die Kinder in den Zirkus führen

Experten behaupten, die Menschen verzichten immer häufiger auf Spaziergänge und Wanderungen und ziehen es vor, ihre ganze freie Zeit hinter dem Computer zu verbringen. Er ersetzt ihnen das Kino, weil man Filme auch im Internet anschauen kann, man muß nicht erst Karten kaufen und irgendwohin ins Kino fahren. Er ersetzt die Bibliotheken, den Verkehr mit Freunden, weil man das alles dank des Internets auch zu Hause haben kann. Einige veranstalten sogar skype-Partys mit Alkohol und Anekdoten. Dabei befindet sich jeder der Zechbrüder-Gesprächspartner zu Hause.

Ärzte halten es von Grund auf für falsch. Doch die Kinder eifern den Erwachsenen nach und sitzen die ganze freie Zeit vor dem Bildschirm. Weshalb sich auch ihre Gesundheit und ihre sozialen Beziehungen verschlechtern. Und doch ist es mittels desselben Internets sehr leicht, Karten fürs Theater oder für den Zirkus zu kaufen.

Wenn Ihr Kind noch nie im Zirkus war, so führen Sie es unbedingt dorthin. Auch wenn es schon hunderte von Werbefilmen im Internet sah, wo Äquilibristen und Akrobaten verschiedene Tricks zeigen. Es ist jedoch viel besser, es einmal live zu sehen. Und die Tiere, die im Zirkus wunderbare KUnststücke der Dressur vorführen, machen es den Kindern möglich zu begreifen, daß die Tiere unsere Freunde sind, und ein Besuch im Zirkus um vieles besser ist, als eine Menge Bücher zu diesem Thema.

Und das um so mehr, als der Zirkus eine besondere Subkultur ist, die über einen eigenen Charme und über Ungewöhnlichkeit verfügt. Die Menschen, die dort arbeiten unterscheiden sich vom Alltag durch ihre feine und herzliche Organisation. Deshalb ist es immer interessant, die Aktionen der Zirkuskünstler  zu sehen!

Почему детей нужно водить в цирк

Эксперты утверждают - люди все чаще и чаще отказываются от прогулок и походов куда либо, предпочитая провести все свое свободное время за компьютером. Это заменяет им и кинотеатр, потому что можно посмотреть фильмы через интернет, не особо тратясь на приобретение билетов и поездку. Это заменяет библиотеки, общение с друзьями, потому что все это тоже можно сделать благодаря интернету. Некоторые даже устраивают скайп-вечеринки с алкоголем и анекдотами. При этом каждый из собутыльников-собеседников находится у себя дома.

Врачи считают это в корне неправильным. Ведь дети берут пример со взрослых и тоже просиживают свободное время за монитором. Из-за чего ухудшается их здоровье и социальная приспособляемость. А ведь посредством того же интернета легко купить билеты в настоящий театр или в цирк.

Если ваш ребенок никогда не был в цирке - обязательно сводите его туда. Пусть даже он видел сотни роликов в интернете, где эквилибристы и гимнасты показывают разные трюки. Однако, все же, лучше один раз увидеть это вживую. А животные, которые показывают в цирке чудеса дрессуры, возможно, привьют детям осознание того, что животные – наши друзья за один визит намного лучше, чем множество книжек на эту тему.

Тем более, что цирк - это особая субкультура, которая обладает присущей только ей шармом и необычностью. Люди, которые там работают отличаются тонкой душевной организацией и поэтому смотреть выступления цирковых артистов всегда интересно!

источник: 
http://vk.com/irkytskcircus?w=wall-68303012_942%2Fall

Montag, 19. Januar 2015

Jonglieren ...

Das Jonglieren mit Bällen erfordert Konzentration. 
Wer jongliert, der muß Körper und Geist bemühen. 
Jonglieren baut ganz nebenbei auch Streß ab.
Es erhöht Geschicklichkeit und Reaktionsvermögen.
Jonglieren kann jeder lernen.
Dabei vergißt man seine Sorgen.

Für Kinder und Jugendliche ist Jonglieren 
eine hervorrgende Möglichkeit,
um Konzentration, Koordinationsvermögen 
und Gleichgewicht zu entwickeln.
Bei älteren Menschen fördert das Jonglieren 
die Beweglichkeit. Jonglieren hält fit und munter.
Es ist eine ideale Beschäftigung nach getaner Arbeit,
oder auch in der Pause.

Jonglieren kann jeder. Überall und jederzeit.
Schon nach ein paar Minuten fühlen Sie sich wieder fit.
Beide Gehirnhälften werden beansprucht.
Die rechte Hand lernt von der linken und umgekehrt.
Was brauchen Sie: drei Bälle. Am besten welche die nicht springen.

Wie fangen wir an?
Schön gradestehen, lockern und dann geht's los...
Erst mal ein bißchen hochwerfen und wieder fangen. 
Nicht zu hoch. Alles im Blickfeld behalten.
Dann von einer Hand in die andere.
dann kommt der zweite Ball hinzu...
und dann der dritte... 

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O          O


Übung macht den Meister!



Donnerstag, 8. Januar 2015

Hans Grundig: Den Opfern des Faschismus


Wie soll die Kunst die Menschen bewegen, 
wenn sie nicht selber vom Schicksal der Menschen 
bewegt wird.“ (BRECHT)
































Hans Grundig. Ausstellung Akademie der Künste Berlin, Dresden 1982. Das Tausendjährige Reich, 1935/38, Mitteltafel „Vison“.
Den Opfern des Faschismus 1947.

Aber die Künste sind nur der Spiegel des Lebens. Wir erinnern daran, daß der Faschismus, welcher 1945 als überwunden galt, nunmehr in der Ukraine seine furchtbare Auferstehung begeht!

(Danke an Frau Dr. Waltraut Schumann, Dresden.)
Siehe: Virtuelle Galerie Dresden