Montag, 11. Januar 2010

Internationales Clownsfestival

Schon seit 1999 findet mit schöner Regelmäßigkeit in Dänemark ein Internationales Clownsfestival statt, das alljährlich viele Besucher in die südfynischen Hafenstadt Svendborg anlockt. Organisiert wird es von John Newman , der selbst als Clown Jojo auftritt, und bei seiner unermüdlichen Suche nach Sponsoren hoffentlich auch in diesem Jahr wieder fündig wird. Das diesjährige Festival soll stattfinden vom 26.-30.Mai 2010...

In Svendborg hielt sich übrigens auch Bertolt Brecht in den Jahren 1933-39 als Flüchtling vor dem Nazi-Regime auf. (Brechts Haus)

Diese Bilder sind vom Festival 2002 im Svendborg Teater: Comediaschool Kopenhagen, Klovnen Bang-Bang, Pio Simonsen und Clown Gerrit.

Klovnefestivals kendes i flere byer i Europa, men det, der gør festivalen i Svendborg til noget særligt, er, at der i løbet af festivaldagene arrangeres workshops for klovnerne selv. Her underviser klovnerne hinanden, ligesom elever fra f.eks. Gøglerskoler i Århus og Købehavn møder op for at benytte lejligheden til at blive undervist af professionelle klovne. Det koncept kendes kun fra klovnefestivalen i Svendborg og i England

Anmeldungen über http://www.clownfestival.dk/

Dienstag, 5. Januar 2010

What about sunrise?


Tja, das Kabarett entwickelt sich von der Didaktik zur Dialektik...
"Das Publikum kommt also zum Denken ins Kabarett??
Das Publikum kommt, ehe es zum Denken kommt, in erster Linie ins Kabarett, um ungeschminkte Wirklichkeit, den beherzten, fröhlichen und kritischen Umgang mit sich selbst zu erleben. Unsere Funktion, oder unser Trick als Kabarettisten, besteht darin, aus der Rolle der vermeintlichen Opfer widriger gesellschaftlicher Umstände in die Rolle des bewußten Gestalters, des Veränderers der Umstände zu treten. Wir schüren nicht Resignation, sondern Widerspruchsgeist und Veränderungswillen. Diese Haltung des Kabrettisten zu seinem Thema ist ausschlaggebend für die Denkrichtung des Zuschauers."
(Jürgen Hart, in: Kabarett heute, Berlin 1987, S.139f.)
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O-Ton Hagen Rether: “Was ist denn “linke Gewalt”? Linke Gewalt ist, wenn man Steine schmeißt auf Glatzen-Demos, die “Juden raus” rufen und von Polizisten geschützt werden. Das ist linke Gewalt. Linke Gewalt ist, wenn man einen Porsche anzündet am 1.Mai oder dem Juwelier die Scheiben einschmeißt auf der Attac Demo – das ist linke Gewalt.Aber die Linken schmeißen keine Asylantenkinder aus der S-Bahn, das ist ein qualitativer Unterschied, aber da haben wir in Deutschland ein massives Mentalitätsproblem! Weil nämlich Eigentumsdelikte viel härter geahndet werden, als Personendelikte. Und da wird “die Linke” immer gegen die Rechte ausgespielt. Wußten Sie zum Beispiel, daß, wenn man einen Polizisten schlägt, für 2 Jahre in den Knast kommen kann, wenn man aber ein Polizeiauto anzündet, für 5 Jahre..?”

Hagen Rether wurde 1969 in Bukarest geboren. Er spielt seit seinem achten Lebensjahr Klavier und stand seit 1996 rund 2000-mal auf der Bühne, meist irgendwo im Ruhrgebiet.

Sonntag, 3. Januar 2010

Береги книгу !






















Achte das Buch - es ist ein wahrer Freund
auf deinem Weg und bei friedlicher Arbeit.


Берегите книги !

Samstag, 2. Januar 2010

Whatever you dream...

I have learned a deep respect for one of Goethe's couplets ~ Whatever you can do, or dream you can, begin it. Boldness has genius, power and magic in it ~
2010 is the year for bold action that will lead to great change for there is no change without action ~ and action always involves risk.

Whatever you dream you can do ~ begin it now !

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Eine erzieherische Lektion

In Saratow freundete ich mich besonders mit dem Kinderpublikum an und bekam ein sicheres Gefühl für die hohe erzieherische Verantwortung, die ein Komiker jugendlichen Zuschauern gegenüber trägt.

Eines Tages kamen einige Lehrer der Saratower Mittelschule mit der Bitte zu mir, die Kinder nicht negativ zu beeinflussen und in der Manege nichts zu tun, was die Erziehung erschweren und sich ungünstig auf die Schuldisziplin auswirken könnte. (...)

Mir wurde klar, welche große erzieherische Bedeutung das hat, was wir Kindern in der Zirkusarena zeigen, und wie sehr es auch darauf ankommt, wie etwas dargestellt wird. Ich begriff, daß gerade Komiker und Clowns in ihren Darbietung die Möglichkeit haben, die Interessen der Kinder zu lenken, indem sie jedes ungezogene, schlechte Benehmen deutlich machen und verurteilen, indem sie es so schildern, daß den Kindern verständlich wird, warum man sich nicht so betragen darf.

Karandasch, Melone und Hütchen, in: Das Leben großer Clowns, Henschelverlag Berlin 1972, S. 433
Der Clown Karandasch war der berühmteste sowjetische Clown des 20. Jahrhunderts. Lesen Sie seine Geschichte in der Moskauer Zeitung:
http://www.mdz-moskau.eu/index.php?date=1048234176

Sonntag, 29. November 2009

Ist der Clown ein produktiver Arbeiter?


„Ein Schauspieler z. B., selbst ein Clown, ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapitalisten arbeitet, dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Lohns von ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ... ein unproduktiver Arbeiter ist. Die Arbeit des ersteren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen Revenue (= Mittel zum Lebensunterhalt/Privatkonsum). Die erstere schafft Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich eine Revenue.“

K. Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW 26.1, S.127.

Samstag, 28. November 2009

Die Kunst der Kommunikation

"Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." *
(Johann Wolfgang Goethe)

Recht hat er - der alte Goethe. Doch wenn es bei Kommunikation nur um "Wahrheit oder Irrtum" ginge, wäre das nicht weiter schlimm. Denn der Irrtum läßt sich im Laufe der Zeit, mit fortschreitender Erkenntnis korrigieren, wobei die Wahrheit allmählich zutage tritt. Irrtümer sind allenfalls auf Sinnestäuschungen oder auf Denkfehler zurückzuführen; ihre Korrektur erfolgt durch die Praxis und auf der Basis gesicherter Erkenntnisse. Schlimmer ist es dagegen mit der Lüge. Daß mit Lüge und Betrug heute recht einträgliche Geschäfte zu machen sind, lag wohl auch außerhalb der Vorstellung des Herrn Geheimrats.

In der zwischenmenschlichen Kommunikation muß man den Irrtum sehr deutlich von der Lüge unterscheiden. Eine Lüge besteht darin, daß jemand eine Aussage als "wahr" behauptet, von der er aber überzeugt ist, daß diese Aussage falsch ist. Da aber der Lügner
unter allen Umständen vermeiden will, daß die Wahrheit ans Licht kommt, wird es mit zunehmender Weiterverbreitung der Information immer schwieriger, Wahres von Falschem zu unterscheiden. Zumal sich die Lüge nicht als solche zu erkennen gibt. Darin liegt auch das Dilemma der Kommunikation.

Ständig empfängt der Mensch
neue Informationen. Er ist somit bei der Fülle seiner Wahrnehmungen ständig gezwungen, diejenigen auszuwählen, die seinen Bedürfnissen und Interessen am ehesten entsprechen und die er auch imstande ist, zu verarbeiten. So hat man beispielsweise festgestellt, daß eine Wochentagsausgabe der New York Times mehr Informationen enthält, als einem gewöhnlichen Engländer des 17. Jahrhundert in seinem ganzen Leben zur Verfügung standen. Doch was davon ist nun wichtig und was ist unwichtig? - und schließlich: Was ist wahr, und was ist falsch? Um auf diese Fragen eine einigermaßen klare Antwort geben zu können, ist es erforderlich, die theoretischen Grundlagen zu betrachten.

Was ist eigentlich Kommunikation?

Zunächst ist Kommunikation - allgemein gesagt - der durch den Austausch von Informationen vermittelte Zusammenhang zwischen dynamischen Systemen. Dieser Austausch funktioniert nur dann, wenn es einen gemeinsamen Zeichenvorrat gibt, über den sich der Sender (S1) und der Empfänger (S2) miteinander verständigen.

Die zwischenmenschliche Kommunikation ist eine spezifische Form dieses Informationsaustauschs, die sich notwendigerweise daraus ergibt, daß die Menschen viele Dinge nicht allein bewerkstelligen können, d.h. sie ergibt sich zwangsläufig aus der gemeinsamen Produktion, aus dem Zusammenwirken der Menschen. Die Kommunikation hat also einen ganz praktischen Grund.

Im Verlaufe des Informationsprozesses gewinnt nun der Empfänger der Information (S2) eine Erkenntnis, die er in der Praxis auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüfen kann, und welche ihn zu einer bestimmten Reaktion, zu einem bestimmten Verhalten veranlaßt. Dabei gilt es festzustellen, ob und inwieweit die gesammelten, gespeicherten und verallgemeinerten Informationen mit den tatsächlichen Verhältnissen übereinstimmen oder nicht. Denn natürlich schließt das durch viele einzelne Informationen beim Empfänger entstandene Abbild der Wirklichkeit stets auch Irrtümer und falsche Denkweisen mit ein. Doch nur die richtige, eine adäquate Widerspiegelung der objektiven Realität, und erst die Kenntnis der Gesetze der Natur und der Gesellschaft ermöglichen dem Menschen ein sinnvolles, zielgerichtetes und erfolgreiches Handeln. Hat der Mensch seine Lage einmal erkannt, wie soll er aufzuhalten sein...

Worin besteht nun die Kunst der zwischenmenschlichen Kommunikation?

Die Kunst der Kommunikation besteht genau darin, die richtigen Informationen auszuwählen und sie so zu vermitteln, daß auf der Grundlage einer gemeinsamen Sprache (eines "gemeinsamen Zeichenvorrates") eine Informations-übertragung, und beim Empfänger (S2) ein Erkenntnisgewinn möglich sind. Das setzt freilich auch eine gewisse Lernbereitschaft und die aktive Mitwirkung des Empfängers voraus. Die entscheidende Rolle spielt dabei jedoch die Persönlichkeit des Senders (S1). Nicht nur seine Überzeugungskraft, sein rhetorisches Talent und seine Begeisterung sind hier von besonderem Gewicht, sondern auch seine Integrität, seine Aufrichtigkeit und seine moralische Grundüberzeugung. Nicht immer ist das leicht zu erkennen, denn es geht dabei nicht nur um die Vermittlung von Bildung und Wissen, sondern vor allem um den Einfluß auf Entscheidungen und somit auf das Handeln der Informationsempfänger. Wozu läßt sich das Publikum bewegen - sind es eigene Wünsche, Träume oder Ziele, die geweckt werden, oder ist es gar die Angst von drohenden Nachteilen? Auch der Einfluß von Kunst und Literatur, sowie die Einwirkung der Massenmedien ist nicht zu unterschätzen! Sie beeinflussen die Gefühlswelt, und sie können sich motivierend und mobilisierend auf das Bewußtsein auswirken. Je besser es gelingt, Gemeinsamkeiten von Sender und Empfänger zu entdecken, zu thematisieren, zu erweitern, und sie bestenfalls um einige neue Erkenntnisse zu bereichern, desto größer ist der Grad der Beeinflußung. Wer Informationen übermittelt, hat freilich auch die Möglichkeit, Meinungen zu manipulieren. Das darf man nicht vergessen! So setzt der Mensch sich erfolgreich mit seiner Umwelt auseinander, indem er die Voraussetzungen, seine eigenen Möglichkeiten, den voraussichtlichen Ablauf und die Konsequenzen seines Tuns überprüft, durchdenkt und schließlich danach handelt. Gedankenloses oder nicht genügend durchdachtes Handeln bringt Mißerfolge mit sich. Dabei lernt er schließlich, Wahres von Falschem zu unterscheiden: In der Praxis zeigt sich, was am Ende richtig war.

Und wie ist das mit der Wahrheit?

Wie schon Goethe richtig feststellte, muß man "das Wahre immer wiederholen". Hier hat die Wiederholung einen erzieherischen Zweck: Auch wenn die Tatsachen noch so verfälscht werden, wenn Manipulationen und Täuschungen mitunter nahezu erdrückende Ausmaße anzunehmen scheinen, wird sich die Wahrheit im Laufe der Zeit allmählich durchsetzen. Und es ist - nebenbei bemerkt - schon eine etwas seltsame Moralvorstellung, wenn beispielsweise die Verbreitung von Falschaussagen zum Zwecke des Machterhalts oder die Fälschung von Werbeaussagen zum Zwecke der Umsatzsteigerung in der bürgerlichen Öffentlichkeit als Kavalierdelikt behandelt werden, um recht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten, so daß ein Unrechtsbewußtsein über die wissentliche Irreführung gar nicht erst aufkommt. Von einer potentiellen Übereinstimmung der objektiven Realitäten mit der proklamierten öffentlichen Meinung kann also vorerst keineswegs die Rede sein. Die jeweiligen Meinungen sind allenfalls eine billige Massenware - eben gebraucht und schon verschlissen.

Schließlich ist es eine philosophische Frage, ob es in den menschlichen Vorstellungen einen Inhalt geben kann, der vom Subjekt unabhängig ist, der also weder vom Menschen noch von der Menschheit abhängt, und wenn ja, ob es in der menschlichen Vorstellung möglich ist, diese objektive Wahrheit auf einmal, vollständig, unbedingt, absolut, oder eben nur annähernd, relativ auszudrücken.** Letzteres führt uns zu der Relativität jeglicher Erkenntnis - damit muß man rechnen. Wer jedoch die Objektivität des Erkenntnisprozesses bezweifelt, der gesellt sich ganz unbestritten auf die Seite jener Traumtänzer, denen eine Veränderung der Welt allein durch eine Änderung ihrer Gedanken möglich erscheint. Es ist klar, daß auch eine solche Denkweise ihre sozialen Wurzeln hat, und nur denen recht sein kann, die an einer Veränderung der bestehenden Verhältnisse im Grunde genommen nicht interessiert sind, da sie keinesfalls bereit sind, ihre eigene Behaglichkeit dafür aufzugeben...

(G.J.)

* J.P.Eckermann, Gespräche mit Goethe, Max Hesse's Verlag Leipzig, o.D. (1902), S.240.
** vgl. W.I.Lenin, Materialismus und Empiriokritizismus, Berlin 1973, Werke Bd.14, S.116.

Dienstag, 10. November 2009

Clown Kokha - Moskau

Mein Freund Kokha Lysanow arbeitet als Clown in Moskau. Zuletzt trafen wir uns in Tjumén/Sibirien.
Sein neues Programm ist jetzt zu sehen im Kleinen Theater "Ryshik & Co." in der ul.Rogowa, 1
in Moskau.








Коха пишет: "...я готовлюсь сделать ещё одну атаку, чтобы заметили. Вот здесь можно почитать и посмотреть.
http://www.ruscircus.ru/forum/index.php?showtopic=12691
Ездил в Белоруссию клоуном в программе цирка на сцене. Там очень здорово!"

Und hier kann man das Video sehen:
http://www.ruscircus.ru/video?act=play&vid=678

Samstag, 7. November 2009

Man muß freilich lernen...

Uczyć się jednak trzeba, oglądanie telewizji nie wystarczy. Wprawdzie improwizował nawet Adam Mickiewicz, ale co wolno wojewodzie, to nie tobie, dziecko!

Man muß freilich lernen, das Fernsehen reicht nicht aus. Sicher hat auch Adam Mickiewicz schon improvisiert, aber was dem Wojewoden zusteht, ist dir nicht erlaubt, mein Kind!
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Der Redakteur der einflußreichen "Kreuzzeitung", Freiherr von Hammerstein schrieb vor etwa 100 Jahren: "Die Kinder sollen lesen, schreiben und rechnen lernen, für weitergehende Dinge aber sehe ich kein dringendes Bedürfnis." ...Das zentrale Unterrichtsfach in den Volksschulen war noch immer der Religionsunterricht. Die Stundentafel in Oldenburg enthielt sogar neun Religionsstunden in der Woche. In den sächsischen Volksschulen mußten vor dem ersten Weltkrieg 150 Bibelsprüche, 168 Gesangbuchstrophen, 140 biblische Geschichten, 35 Choralmelodien und die fünf Hauptstücke auswendig gelernt werden. Diese Anzahl, so schrieb ein sozialdemokratischer Schulpolitiker, "reicht gerade hin, um den Geist der Kinder stumpf zu machen, ihre Intelligenz zu verblöden und ihre gesunde Vernunft zu verwüsten". (O.Rühle: Das sächsische Volksschulwesen. Leipzig 1904, S.14)

Amerikanische Verhältnisse...

Ein dummes Volk läßt sich eben leichter regieren...)))))