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Samstag, 10. Dezember 2011

Слава Полунин - мастер клоунады

В 2007 году жители Петербурга выбрали самого знаменитого мастера клоунады в мире королем городского карнавала, во время которого Полунин устроил небывалое представление: его костюм, крылья парящих ангелов и даже верблюд – все было украшено лебяжьим пухом. После праздника маэстро разбил на пляже Петропавловской крепости огромный шатер и в течение двух недель дважды в день показывал свое легендарное «сНежное шоу».

Я каждое утро просыпаюсь, смотрю в зеркало и говорю себе: «Надо же, какой ты счастливый человек!» Я всегда нахожу в мире, в людях, в работе удовольствие, поэтому мне легко быть счастливым.

Понять, кем я хочу быть, мне помог Чарли Чаплин. Когда я первый раз увидел, что можно делать в немом кино, каким можно быть пронзительным, трагичным, смешным, как можно все это в себе совмещать, я сразу подумал: «Хочу быть таким, как он».

Время от времени у любого артиста, и у меня тоже, случаются провалы. Они обязательно должны случаться, чтобы тебя встряхивало. Иначе ты начинаешь превращаться в непроницаемую каменную глыбу, в памятник самому себе. Вот недавно я выступал в Шанхае. И вроде все было хорошо: полный зал зрителей, все довольны. Но я не получил никакого удовольствия от своего выступления, поскольку зрители не поняли меня, они хлопали просто потому, что я известный артист. Для меня это провал.

Мне всегда страшно, что меня не поймут. Вот я приезжаю в новый город, везде афиши с десятиэтажный дом. Люди пришли в надежде увидеть что-то нереальное, и тут выходит старый хрыч и начинает что-то там показывать…

Настоящий творец должен уметь вовремя почувствовать, когда делает что-то не то, остановиться, переосмыслить свои идеи и понять, что не так. Иногда я беру паузу дней в десять, сажусь на берегу озера и думаю, куда двигаться дальше.

Я встречал тех, кто считает, что клоунада и перформанс – не искусство. Меня это не раздражает. В любой сфере есть много ограниченных людей. И ждать, что каждый тебя поймет и полюбит, – глупо.

Я давно не отделяю жизнь от искусства. Для меня это одно целое.

Slawa Polunin – ein Meister der Clownerie
Im Jahre 2007 wählten die Einwohner von St. Petersburg den berühmtesten Meister der Clownerie in der Welt zum König des Karnevals, als Polunin der selbst nicht anwesend war – sein Kostüm, und sogar das Kamel, die Flügel der schwebenden Engel, alles war mit Schwanenfedern geschmückt. Nach dem Feiertag wurde am Ufer der Peter-Paul-Festung ein riesiges Zelt aufgeschlagen, wo der Maestro im Laufe zweier Wochen täglich zweimal seine berühmte "SnowShow" aufführte.

Ich wache jeden Morgen auf, sehe in den Spiegel und ich sage mir: "Wirklich, was bist du doch für ein glücklicher Mensch!" Ich habe auf der Welt, mit den Menschen und bei der Arbeit stets Vergnügen, deshalb fällt es mir leicht, glücklich zu sein.

Um zu verstehen, wer ich sein will, half mir Charlie Chaplin. Als ich ihn das erste Mal sah, daß man im Stummfilm so durchdringend, so tragisch und so komisch sein kann, und wie man das alles auf sich vereinen kann, dachte ich sofort: "Ich will so einer sein, wie er."

Von Zeit zu Zeit hat jeder beliebige Künstler, und so auch ich, mal einen Mißerfolg. Das muß auch unbedingt geschehen, damit es dich aufrüttelt. Andernfalls beginnst du, dich in den undurchdringlichen Steinblock, in ein Denkmal zu verwandeln. Ich trat vor kurzem in Shanghai auf. Und tatsächlich lief alles gut: der Saal war voller Zuschauer, alle waren zufrieden. Aber ich hatte keinen Spaß mehr an meiner Vorstellung, da haben die Zuschauer mich nicht verstanden, sie applaudierten einfach, weil ich ein bekannte Künstler bin. Für mich war das ein Mißerfolg.

Es ist immer furchtbar für mich, wenn ich nicht verstanden werde. Da komme ich in eine fremde Stadt, überall hängen die Plakate an den Hochhäusern über zehn Etagen. Die Menschen sind in der Hoffnung gekommen, etwas Unwirkliches zu sehen, und dann kommt so ein alter Knacker und beginnt dort etwas vorzuführen...

Ein wahrer Künstler soll beizeiten verstehen, wenn er etwas nicht so macht, wie er soll, wenn er stehenbleibt, und er soll über seine Ideen nachdenken, wenn etwas nicht so läuft. Manchmal nehme ich mir eine Pause von 10 Tagen, setze mich an das Ufer eines Sees und denke darüber nach, wohin ich mich weiter bewegen will.

Ich bin auch denen schon begegnet, die Clownerie und Performance nicht für eine Kunst hielten. Das stört mich nicht. Auf jedem beliebigen Gebiet gibt es viele beschränkte Menschen. Und zu erwarten, daß jeder dich versteht und liebgewinnen wird, ist einfach dumm.

Ich trenne seit langem nicht mehr das Leben von der Kunst. Für mich das ein Ganzes.

Montag, 11. Juli 2011

Ein guter Clown ist ein Spiegel seiner Zeit...

Wenn man bei "facebook" oder in anderen Netzwerken nachschaut, wird man eine Unmenge eigenartiger Gestalten mit bunt geschminkten Gesichtern vorfinden, die sich als "Clowns" bezeichnen. Wir finden diesen Begriff in allen Sprachen der Welt:

Clown مهرج Payasos Клоун Pallasso Klaun Klovn دلقک Klaŭno Badut Pagliaccio ליצן Bohóc കോമാളി Palhaço Klovni Palyaço



Doch was ist das eigentlich: ein Clown?  

Die Geschichte verweist uns auf zahlreiche Beispiele künstlerischer Einmaligkeiten, auf Darbietungen und Charaktere von unwiderstehlicher Komik und Ausstrahlung, die vom Publikum belacht und schließlich sogar verehrt wurden. Unvergänglich sind Namen wie Grimaldi, Debureau, Chaplin, Karandasch, Grock, Nikulin, Marceau, Popow und Polunin. Nicht immer waren es die buntbemalten Gesichter und die vielfarbigen Kostüme, von denen die größte Wirkung ausging. Es waren vielmehr diejenigen Akteure mit einem tiefen Verständnis für die Schönheiten und die Tücken ihrer Zeit, in welcher sie lebten. Sie vermittelten den Zuschauern das Gefühl, verstanden worden zu sein, was diese sogleich mit einem vielstimmigen Lachen quittierten. Ein Clown ohne Publikum ist nicht vorstellbar, wohl aber eine Wiese ohne Blumen. In dem Buch "Clown und Zeit" schreibt N.M.Rumjanzewa:

...geniale Clowns, die einer ganzen Zuschauergenera­tion als Symbol für die Clownkunst dienen könnten, gab es immer nur wenige. Ein Clown bietet keine neuen Ideen an, entdeckt keine Wahrheiten, aber seine Worte, ja sogar seine unausgesprochenen Gedanken versteht jeder. Und jedem von uns ähnelt er... Bei ihm versteht man alles. Nur eines nicht: Worin liegt nun eigentlich das Geheimnis seines Erfolges? Worin liegt das Geheimnis seiner Figur? Denn so ein Geheimnis gibt es. Die Zuschauer machen sich darüber natürlich keine Gedanken. Sie kommen in den Zirkus, um zu lachen und zu staunen. Auch die Kunstwissenschaftler haben sich lange keine Gedanken darüber gemacht. Auf den ersten Blick mag es seltsam anmuten, daß es Aufzeichnungen über die Arbeit von Clowns erst seit etwa hundertfünfzig Jahren gibt, nachdem die stationären Zirkusse eröffnet wurden. Hat denn die Kunst der Clowns wirklich erst im vergangenen Jahrhundert ernsthaftes Interesse ausgelöst?

Gute Clowns sind doch überdurchschnittliche. Schauspieler und waren immer beliebt. Clowns und Spaßmacher werden in Berichten über wichtige historische Ereignisse unter­schiedlicher Epochen, in Chroniken und Memoiren erwähnt, und sie scheinen auch gar nicht eine so einfache Rolle gespielt zu haben, wie wir uns das heute bequemerweise vorstellen möchten, das heißt so, als hätten sie die Würdenträger und Herrscher nur unter­halten. Es sind Fälle bekannt, in denen sich Monarchen mit ihren Hofnarren berieten und auf deren Intuition, Geist und Aufrichtig­keit ohne weiteres vertrauten. Dazu zwei aufschlußreiche Anekdo­ten: Als der neunjährige französische König Ludwig XIII. den Thron bestieg, meinte Kardinal Richelieu, nun brauche der junge König noch einen neuen Hofnarren, da er sich sonst in den Staats­geschäften schlecht zurechtfinden würde. Und Ludwig IX. ver­schob den Kreuzzug nach Ägypten um mehrere Stunden, da sich sein Hofnarr verspätete. »Wenn sich mein Hofnarr verspätet, be­deutet dies, daß die Zeit zum Aufbruch noch nicht gekommen ist«, erklärte er.
 

Zufällige Fakten, Kuriositäten und Launen der Großen dieser Welt? Aber ähnliche Fakten wiederholten sich allzu oft, um nur Zufälle sein zu können. Übrigens erzählt eine weitere Legende, als Ludwig XIV., der Sonnenkönig, ausrief: »Der Staat bin ich«, hätte sein Hofnarr schallend losgelacht, sich am anderen Tage ein kleines Häuschen gezimmert, eine Papiersonne über den Kopf gehängt und habe dann das Häuschen mit Füßen getreten. Der Staat bin ich, also tue ich, was ich will so legte er die Worte des Königs aus. Ludwig verstand das, lachte und sagte: »Und mein trefflicher Hof­narr ist der Spiegel des Staates.« Damit hatte er eines fast richtig getroffen: 

Ein guter Clown ist ein komischer Spiegel seiner Zeit.

Buch: Natalia Rumjanzewa, Clown und Zeit, Henschelverlag, Berlin 1989, S.7-8.

..Настоящих клоунов ... которые могли бы служить символом искусства клоунады для целого поколения зрителей, всегда мало. Клоун не предлагает новых идей, не открывает истин, и каждое его слово, даже невысказыванная мысль совершенно понятны. И он так похож на каждого из нас... В нём всё понятно. Кроме одного: в чем всё-таки секрет его успеха? В чём тайна маски клоуна? Тайна эта есть. Об этом слишком долго не задумывались искусствоведы. И зрители об этом не задумываются. Они приходят в цирк, чтобы смеяться.

На первый взгляд кажется странным, что записи о работе клоунов, статьи в прессе, имеющие искусствобеческую ценность, появились всего лет сто пятьдесят назад, после открытия стационарных цирков. Неужели только я прошлом веке (зн. в ХIХ. веке, G.J.) искусство клоунов стало взывать серьёзный интерес? Но почему?.. Ведь хорошие клоуны это незаурядные актёры. И клоунов любили всегда. Упоминания о клоунах встречаются в рассказах о важнейших исторических событиях разных эпох, в хрониках, мемуарах. И, похоже, они играли не только для развлечения вельмож и государей. Известны случаи, когда монархи советовались со своими любимцами, вполне доверяя их интуиции, уму и искрености. Любопытный факт: при выступлении девятилетнего французского короля Людовика ХIII. на престол будущий кардинал Ришелье сказал, что надо, чтобы у молодого короля был новый шут, иначе он не будет плохо разбираться в государственных делах. А Людовик IX Святой отложил крестовых поход в Египет на несколько часов из-за опоздани шута. Он сказал, что, если опаздывается его шут, значит, ещё не время выступать.

Случайные факты, мелочи, шутки, наконец, капризы великих мира сего, не так ли? Но такие факты слишком часто повторялись, чтобы относиться к ним только как случайностям. Кстати, ещё одна легенда рассказывает, что, когда Людовик XIV, Король-Солнце, воскликнул: «Государство это я», его шут громко захохотал. На другой день смастерил маленький домик и бумажное солнце. Солнце он повесил у себя над головой, а домик стал поддавать ногами. «Государство это я» значит, что хочу, то я и делаю. Так трактовал он слово короля. Людовик понял, засмеялся и добавил: «А вот мой славный шут это зеркало государства». Клоун это комическое зеркало времени. Так точнее было бы сказать сегодня.

Н.М.Румянцева, Клоун и время, М. "Искусство" 1989, стр.1-2.

Dienstag, 12. April 2011

Die Erinnerungen eines Clowns

Nicht selten haben Clowns etwas aufgeschrieben über ihre Erlebnisse, Erfahrungen, über ihre Sicht auf die Dinge dieser Welt. Die Erinnerungen eines Clowns sind immer von besonderem Interesse, einmal weil der Clown auf seine Weise eine bestimmte Lebensphilosophie verkörpert, zum anderen weil das Publikum gerne wissen möchte, wer hinter dieser Maske steckt: Ist er ein lebenslustiger, ist er ein trauriger Mensch? Woher nimmt er seinen Humor? Oder ist er doch eine Art  Lebenskünstler? 

Was ist der Clown für ein Mensch?

Sicher gibt es heute eine Unmenge falscher Vorstellungen über diesen Beruf, es gibt Klischees, die niemals zutreffen, die sich aber dennoch hartnäckig halten. Und es gibt Verzerrungen und Abarten, die dem Image des Clowns alles andere als zuträglich sind. Man könnte den Clown aufgrund seiner gespielten Naivität für naiv, für einfältig halten. Doch das ist glaube ich eine Unterschätzung. Das Staunen des Clowns vermag scheinbar Selbstverständliches in Zweifel zu ziehen, es hinterfragt  und stellt einige "unumstößliche Gewißheiten" erneut auf den Prüfstand der Vernunft  Ist der Clown nun ein "Querdenker", der abweicht vom "Mainstream"? Nun der Clown wundert sich, und er provoziert damit Heiterkeit. Das so erzeugte Lachen ist gewissermaßen ein Abschied von den falschen Verhaltensweisen der Vergangenheit.  Ganz ähnlich geht es mit der Parodie. Das Schöne daran ist sie ist sehr leicht verständlich. Man lacht und nimmt nicht übel. Also muß der Clown wohl klüger sein, als er sich gibt? Zweifellos! Die Satire bietet viele Möglichkeiten der Erkenntnis. So ist der Clown ein Kritiker, einer, der sich selbst nicht so ernst nimmt, der seine Fehler korrigiert, oder auch nicht. Doch das Publikum versteht es und lacht darüber. Der Clown selbst ist eine Kunstfigur. Doch ohne den Menschen, der dahinter steckt, der seine Lebensfreude und seinen Spaß in diesen Beruf mit einbringt, wäre Clownerie nicht denkbar und wohl auch nicht machbar. 
 
Über eine Abart des Komischen

Eine etwas andere Art von Komik ist die, welche Unaufrichtigkeit und Falschheit ins Lächerliche zieht. Eine solche Rolle ist wohl eher dem Hofnarren zugedacht, der eine gewisse Freiheit besaß, seiner Obrigkeit den Spiegel vorzuhalten. Nicht selten haben kluge Despoten sich Narren zum Berater auserkoren. Der Narr lacht über etwas, was eigentlich abgeschafft werden sollte, und er erntet – ob seiner Ehrlichkeit dafür mitunter sogar die Zustimmung des Hofstaats. Da wird belächelt statt verurteilt, verharmlost statt bekämpft. Und die Sache ist vergessen! Diese Art von Komik ist recht weit verbreitet, denn sie lenkt ab vom Wesentlichen, spielt Gefahren herunter und führt das Publikum in die verkehrte Richtung. Sie führt zum Spaß, anstatt zur Einsicht. So kann der Hofnarr über eigentlich verwerfliche Zustände und über unmenschliche Verhaltensweisen locker herziehen und das Publikum zum Lachen bringen. Er spielt eine etwas zwiespältige Rolle, fürwahr! Hält er jedoch die Obrigkeit zum Narren, verliert er seinen Kopf. Von nicht weniger unguter Art ist auch das Lachen über menschliche Gebrechen. Beides hat mit Clownerie nicht viel zu tun. 

Der Schatten des Clowns

Doch was wäre ein Clown ohne einen Partner. In der Nachbemerkung zum Buch von Max Embden "Im Schatten eines Clowns" schreibt Gisela Winkler:

Erinnerungen eines langjährigen Partners des großen Clowns Grock sind in doppelter Hinsicht reizvoll: Sie ver­mitteln in Anekdoten und gedanklicher Auseinandersetzung ein Bild dieses Künstlers und einen Eindruck von der Zu­sammenarbeit mit ihm. Aber ein zweiter Aspekt erwächst aus dem Vergleich mit Grocks Memoiren, die er in mehreren Fassungen veröffentlichte (1930 unter dem Titel »Grock, ich lebe gern!«, 1951 »Ein Leben als Clown« und 1956 »Nit mö-ö-ö-glich«). In diesen Memoiren geht Grock kaum einmal auf das Problem der Partnerschaft ein, er erwähnt höchstens einmal, wenn er den Partner gewechselt hat. Aus seiner Sicht ist nur die Brauchbarkeit des Mitspielers interessant, dessen eigene Entwicklung scheint für Grock unwichtig. Diese gewisse Ichbezogenheit äußert sich auch in vielen Wider­sprüchen zwischen seinen Memoiren und den Erinnerungen Max Van Embdens.¹

Mit dieser Thematik befaßt sich auch Adam Kuckoff ² in seinem im Jahre 1931 erschienenen Buch "Scherry". Und er kommt dabei zu dem Ergebnis, daß eine gleichberechtigte schöpferische Zusammenarbeit der beiden Künstler nicht möglich sei. Kuckoff ging es dabei weniger um den realen Bezug zu Clown Grock, als vielmehr um die Stellung und die Schaffensproblematik des Clowns an sich unter den Bedingungen der spätbürgerlichen Gesellschaft. So gab Scherry schließlich seine Arbeit auf und zog sich von der Bühne zurück. Eine Konsequenz, die eindeutig den Arbeitsbedingungen und den gesellschaftlichen Verhältnissen geschuldet ist...

Quellenangabe:
¹ Gisela Winkler, Nachbemerkung, in: Max von Emden, 
   Im Schatten eines Clowns, Henschelverlag Berlin, S.106.
³ Gisela Winkler, a.a.O., S. 107.

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Eine hervorragende Biographie stellt das Buch von Oliver M.Meyer dar. Es heißt "Grock seltsamer als die Wahrheit" und ist im Buchhandel zum Preis von CHF 92,00 erhältlich. Aber auch bei mir.

Preis: 58,- €

Schriftliche Bestellungen unter:

Gerrit Junghans
Am Mühl 2
07381 Pößneck 
oder: clowngerrit (at) aol.com

Montag, 1. November 2010

Arnold Böswetter

Eine kleine Werbung für meinen Freund Locci:
Herr Arnold Böswetter, ein Alleskönner der alten Schule
(Jg. 1928) beschert dem Publikum 30 schöne Böswetter-Minuten. ("Fräulein Katja, Sie haben aber ein schönes Kleid an!")
Das Publikum erwarten das gesprochene und gesungene Wort, deutsches Liedgut, Interessantes zu Weinzeremonien, anschauliche körperliche Ertüchtigungen nach Turnvater Jahn, Entspannungsübungen frei nach Jacobsen, medizinisch wertvolle naturkundliche Anwendungen und Wissenswertes zum Mittelstrahl...

www.locci.de

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Ein richtiger Clown...

Auch Karandasch bediente sich während seiner Vorstellungen verschiedener Tricks mit "selbstgebastelten" Requisiten:

...Это чисто бытовое, «сезонное» явление побудило и меня прихватить с собой в манеж фотоаппарат. Взяв футляр от фотоаппарата, я перекиныл его через плечо и со штативом вышел в манеж, как истый фотолюбитель. До определенного момента я, как и всегда, заполнял паузы в программе, временами напоминая зрителью о своем «фотоаппарате» тем или иным способом, хотя бы перешивал его с плеча на пелчо. Наконец, в удобный момент я ставил штатив, «приспособлял» на нем «фотоаппарат», раскрывал его – и получался крошечный столик, накрытый салфеткой, на нем солидная закуска. Выпив и закусив, я складывал аппарат и уходил за кулисы. Зритель хорошо принимал эту неприязательную шутку. (На арене советского цирка, Карандаш, М., 1977, с.57)

Eine reine "Saisonerscheinung" brachte mich einmal darauf, auch in die Manege einmal einen Fotoapparat mitzunehmen. Das Futteral vom Fotoapparat nahm ich ab, hängte ihn über die Schulter und mit dem Stativ lief ich in die Manege, wie ein richtiger Amateurfotograf. Bis zum bestimmten Moment füllte ich, wie auch immer, die Pausen im Programm aus, indem ich von Zeit zu Zeit begann, die Zuschauer mit meinem "Fotoapparat" in dieser oder jener Weise, selbst aufzunehmen. Endlich, an einem passenden Moment stellte ich das Stativ auf, darauf den "Fotoapparat", öffnete ihn und es kam ein winziger kleiner Tisch zum Vorschein, der von einer Serviette bedeckt war, darauf befand sich ein solider Imbiß. Ausgetrunken, und aufgegessen, legte ich den Apparat zusammen und ging in die Kulissen weg. Die Zuschauer haben diesen kleinen Scherz sehr wohl verstanden ...

Karandasch war eben ein sehr volkstümlicher Künstler!

Freitag, 26. Februar 2010

Карандаш об успехе клоуна

Хотя я часто шёл в поисках комического наугад, всё же моя стрельба по смешному, то есть по отжившему или отживающему в нашей жизни, нередко приводила к удаче, попадала в цель. Эти более или менее точные попадания давали мне возможность, объязнить трудности, которые встают перед артистом, работашщим в комеддийном жанре, и побуждали глубже теоретически осмыслить вопросы комического.

Частые неудачи нашего цирка в области клоунады оъязняются тем, что, создавая смешное, комики нередко оболабливают его том от жизни, забывают об окружающей действительности, исходят же из жизни, а из абстракного понимания смешного "вообще". Настоящий художник должен непременно наблюдать жизнь, подмечать смешное и достойное в самой жизни.

Изучение жизни и теоретическое осмысление проблемы комического - только на этом пути можно добиться подлинных успехов.

Карандаш - На арене советского цирка, Москва, Издательство "исскуство", 1997 г., стр. 119-120
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Obwohl ich bei der Suche nach dem Komischen häufig auf gut Glück das Treffendste fand, brachte mich nicht selten das Überlebte und Überlebende in unserem Alltag zum Ziel und führte mich zum Erfolg. Diese mehr oder minder genauen Treffer gaben mir dann die Möglichkeit, einmal die Schwierigkeiten zu erklären, die vor dem Künstler stehen, der im komischen Genre arbeitet, und sie regten mich an, die Frage des Komischen tiefer theoretisch zu durchdenken.

Die häufigsten Mißerfolge in unserem Zirkus auf dem Gebiet der Clownerie erklären sich daraus, daß die Komiker sich nicht selten vom Leben absondern, die umgebende Wirklichkeit vergessen, und anstatt von Leben selbst, von einem abstrakten Verständnis des Komischen "an sich" ausgehen. Ein wirklicher Künstler soll das Leben unbedingt beobachten, er soll das Komische und das Würdige im Leben bemerken.

Das Studium des Lebens und das theoretische Verständnis des Komischen - nur auf diesem Weg kann man zu echtem Erfolg gelangen.

Clown Karandasch - In der Arena des sowjetischen Zirkus, Moskau, 1977, S. 119f. ( russ.)

Donnerstag, 25. Februar 2010

George Carl

This international mime clown died 10 years ago (1st January 2000) in Las Vegas aged 83. Born Giorgio Carlotti to American-Italian parents (who were farmers) in Niles, Michigan, USA, he left aged 10 to join a travelling circus. He learned to be a juggler, acrobat and barebag rider, becoming one of the best in America. As he grow older he branched out in to vaudeville to follow his great love of comedy. George Carl was a great clown.




Dienstag, 9. Februar 2010

Das künstlerische Ideal

Das Elementare und Einfache kann leicht, allzuleicht in die Primitivität abgleiten. Das würde eine Aufhebung des künstlerisch-ästhetischen Ideals und damit eine Aufhebung der künstlerischen Gestaltung überhaupt bedeuten.

Nehmen wir den komödiantisch außerordentlich begabten Clown Tandarica (ein rumänischer Clown im Staatszirkus Bukarest, der in den 60er Jahren u.a. auch in Madrid zweifelhafte Erfolge feierte, G.J.) ... Er serviert als Kellner einem Gast Spaghetti. Aber da er betrunken ist, rutschen ihm diese vom Teller. Sie bleiben an seinen Schuhen kleben. Mit einem Besen kehrt er sie wieder auf den Teller zurück und serviert sie dem Gast.

An diesem Punkt hört trotz aller Begabung dieses Clowns die Kunst auf. Das künstlerische Ideal Tandaricas ist gleich Null. Trotzdem - und hier besteht die große Gefahr einer solchen verantwortungslosen Gestaltung - tobt das Publikum vor Lachen. Es gelingt Tandarica, das Publikum auf das primitivste Niveau hinabzuziehen. Auf ein solches Phänomen weist bereits Hegel hin: "Überhaupt läßt sich nichts Entgegengesetzteres finden als Dinge, worüber die Menschen lachen. Das Platteste und Abgeschmackteste kann sie dazu bewegen..."*

Quelle: Mario T u r r a , Das Lachen des Clowns, Berlin 1972, S.108
*Zitat: G.W.Hegel, Ästethetik, Bd.I, Aufbau-Verlag, 1965, S.552.

Mittwoch, 13. Januar 2010

Why do I call myself a fool?

I think of the role of the fool in ancient times. The fool was the entertainer in th court, and kingdom. But another role was to tell the king or queen if they were about to make a big mistake. It was a risky business and might cost the fool his head, nut many others in the royal court were too afraid to even try.

So I hope I am a good entertainer and performer, but I also try to bring laughter to all I meet - waiters, cashiers in the grocery stores, at the post office, or people I meet and work with daily, or even strangers. By building a relationship, if only for a minute, it lets us both know we are humans and have Life in common.

I serve on several boards and commitees and I try to make the meeting more enjoyable and productive by the use of humor. I also am not afraid to ask a "foolish" question or make an observation I think will get the group to re-evaluate a decision they made or are about to make. Often just asking, "Why are we doing this?" can be enough to shift the focus of the conversation? Often the most important question is the one you did not ask! Would history be different? I think in our world today we need more "fools". People willing to do the foolish thing of saying" "Why are we doing this?" "We need to change what we are doing", or "We all have so much more in common with each other than we have differences."

Clem, The Fool.
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Ich denke an die Rolle des Narren in alten Zeiten. Der Narr war ein Unterhaltungskünstler am Hofe, im Königreich. Aber er hatte auch eine andere Aufgabe: er sollte den König oder die Königin darauf hinweisen, wenn sie im Begriff waren, einen großen Fehler zu machen. Es war eine riskante Angelegenheit, die den Narren seinen Kopf kosten konnte, und wovor viele andere am königlichen Hofe große Angst hatten, weshalb sie nicht wagten, es auch nur zu versuchen.

So hoffe ich, ein guter Unterhaltungskünstler und Darsteller zu sein. Aber ich versuche auch, all jene zum Lachen zu bringen, die ich gerade treffe - den Kellner, die Kassiererin im Lebensmittelgeschäft, in der Post, oder einfach Leute bei ihrer täglichen Arbeit, ja auch Fremde. Ich baue eine Beziehung auf. Und wenn es nur eine Minute ist, die uns beide wissen läßt, daß wir Menschen sind und gemeinsam ein Leben haben.

Ich agiere bei verschiedenen Ausschüssen und Komitees, und ich versuche, die Sitzung durch Humor angenehmer und produktiver zu machen. Ich habe auch keine Angst, eine "dumme" Frage zu stellen oder eine Beobachtung zu machen, von der ich denke, daß sie die Gruppe dazu bringt, eine Entscheidung neu zu überdenken, die sie getroffen hat oder im Begriff ist zu treffen. Oft frage ich auch nur: "Warum tun wir das?" das kann ausreichen, um den Focus des Gespräches zu ändern. Häufig ist die wichtigste Frage gerade die, welche nicht gestellt wurde! Wäre die Geschichte anders verlaufen? Ich denke, wir brauchen heute in unserer Welt mehr "Narren". Das sind Leute, die bereit sind, die dumme Frage zu stellen: "Warum tun wir das?" "Wir müssen das ändern, was wir tun", oder "Wir haben alle viel mehr Gemeinsamkeiten, als wir Unterschiede haben".

Clem, der Narr.

Quelle: Hospital Clown Newsletter, Vol. 12 No. 1, p.3
Foto:
www.albertalter.com
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Kann ein Lachen schon die Welt verändern? Nein das kann es nicht. Durch Humor läßt sich die Welt nicht verändern, sondern nur durch bewußtes, engagiertes und gemeinsames Handeln. Man kann sie mit Humor vielleicht ein wenig angenehmer gestalten - mehr aber auch nicht. Narren haben wir genug, aber es werden zu wenig Fragen gestellt. Und seinen Kopf wird auch Clem vermutlich nicht riskieren...

Montag, 11. Januar 2010

Как я стал клоуном

Наверное, чтобы идти в клоуны, нужно обладать особым складом характера, особыми взглядами на жизнь. Не каждый человек согласится бы на то, чтобы публично смеялись над ним и чтобы каждый вечер его били, пусть не очень больно, но били, обливали водой, посыпали голову мукой, ставили подножки. И он, клоун, должен падать, или, как говорим мы в цирке, делать каскады... И всё ради того, чтобы вызвать смех.
Чем лучше работает клоун, тем больше смеха.
В детстве, в школе, а потом уже в армии мне нередко приходилось, так сказать, придуриваться: делать вид, будто что-то не понимаю, задавать заведомо глупые вопросы, заранее зная, что они вызовут смех у окружающих.
Почему люди смеялись? Думаю, прежде всего потому, что я давал им возможность почувствовать свое превосходство надо мной. Поэтому мои неожиданные вопросы, ответы, действия и выглядели и смешными. Окружающие понимали, что сами они на подобное никогда не пошли бы. Рассказывая анекдоты, разыгрывая знакомых, я, как правило, сохранял невозмутимый вид, отчего юмор становился острее, лучше доходил.
(Юрий Никулин, Почти серьёзно, М.2004, стр.186)
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Wahrscheinlich muß man, um als Clown arbeiten zu können, über eine besondere Anlage des Charakters, über besondere Lebensauffassungen verfügen. Nicht jeder Mensch würde damit einverstanden sein, daß öffentlich über ihn gelacht wird, und daß man ihn jeden den Abend, wenn auch nicht heftig, so doch ein wenig verprügelte, mit Wasser bespritzte, den Kopf mit Mehl bestreute oder ihm ein Bein stellte. Und er als Clown fallen sollte, oder - wie wir im Zirkus sagen - eine Kaskade macht... Und das alles nur, um die Leute zum Lachen zu bringen. Je besser der Clown arbeitet, desto mehr Gelächter gibt es.
In der Kindheit, in der Schule, und auch später in der Armeen gelang es mir nicht selten, etwas so zu sagen, daß man den Anschein haben konnte, als ob ich etwas nicht verstünde. Ich stellte wissentlich dumme Fragen, wobei mir klar war, daß ich die Umstehenden zum Lachen bringen würde.
Warum lachten die Leute? Ich denke, vor allem deshalb, weil ich ihnen die Möglichkeit bot, ihre Überlegenheit zu zeigen. Deshalb sahen meine unerwarteten Fragen, Antworten und Handlungen eben auch komisch aus. Die Umgebung verstand, daß sie selbst niemals auf ähnliche Gedanken gekommen wäre. Indem ich auf gelassene Art Anekdoten zum Besten gab, Bekannte parodierte, wurde der Humor umso schärfer und kam beim Publikum umso besser an.

Internationales Clownsfestival

Schon seit 1999 findet mit schöner Regelmäßigkeit in Dänemark ein Internationales Clownsfestival statt, das alljährlich viele Besucher in die südfynischen Hafenstadt Svendborg anlockt. Organisiert wird es von John Newman , der selbst als Clown Jojo auftritt, und bei seiner unermüdlichen Suche nach Sponsoren hoffentlich auch in diesem Jahr wieder fündig wird. Das diesjährige Festival soll stattfinden vom 26.-30.Mai 2010...

In Svendborg hielt sich übrigens auch Bertolt Brecht in den Jahren 1933-39 als Flüchtling vor dem Nazi-Regime auf. (Brechts Haus)

Diese Bilder sind vom Festival 2002 im Svendborg Teater: Comediaschool Kopenhagen, Klovnen Bang-Bang, Pio Simonsen und Clown Gerrit.

Klovnefestivals kendes i flere byer i Europa, men det, der gør festivalen i Svendborg til noget særligt, er, at der i løbet af festivaldagene arrangeres workshops for klovnerne selv. Her underviser klovnerne hinanden, ligesom elever fra f.eks. Gøglerskoler i Århus og Købehavn møder op for at benytte lejligheden til at blive undervist af professionelle klovne. Det koncept kendes kun fra klovnefestivalen i Svendborg og i England

Anmeldungen über http://www.clownfestival.dk/

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Eine erzieherische Lektion

In Saratow freundete ich mich besonders mit dem Kinderpublikum an und bekam ein sicheres Gefühl für die hohe erzieherische Verantwortung, die ein Komiker jugendlichen Zuschauern gegenüber trägt.

Eines Tages kamen einige Lehrer der Saratower Mittelschule mit der Bitte zu mir, die Kinder nicht negativ zu beeinflussen und in der Manege nichts zu tun, was die Erziehung erschweren und sich ungünstig auf die Schuldisziplin auswirken könnte. (...)

Mir wurde klar, welche große erzieherische Bedeutung das hat, was wir Kindern in der Zirkusarena zeigen, und wie sehr es auch darauf ankommt, wie etwas dargestellt wird. Ich begriff, daß gerade Komiker und Clowns in ihren Darbietung die Möglichkeit haben, die Interessen der Kinder zu lenken, indem sie jedes ungezogene, schlechte Benehmen deutlich machen und verurteilen, indem sie es so schildern, daß den Kindern verständlich wird, warum man sich nicht so betragen darf.

Karandasch, Melone und Hütchen, in: Das Leben großer Clowns, Henschelverlag Berlin 1972, S. 433
Der Clown Karandasch war der berühmteste sowjetische Clown des 20. Jahrhunderts. Lesen Sie seine Geschichte in der Moskauer Zeitung:
http://www.mdz-moskau.eu/index.php?date=1048234176

Dienstag, 10. November 2009

Clown Kokha - Moskau

Mein Freund Kokha Lysanow arbeitet als Clown in Moskau. Zuletzt trafen wir uns in Tjumén/Sibirien.
Sein neues Programm ist jetzt zu sehen im Kleinen Theater "Ryshik & Co." in der ul.Rogowa, 1
in Moskau.








Коха пишет: "...я готовлюсь сделать ещё одну атаку, чтобы заметили. Вот здесь можно почитать и посмотреть.
http://www.ruscircus.ru/forum/index.php?showtopic=12691
Ездил в Белоруссию клоуном в программе цирка на сцене. Там очень здорово!"

Und hier kann man das Video sehen:
http://www.ruscircus.ru/video?act=play&vid=678

Donnerstag, 6. August 2009

Том Беллинг - Tom Belling

В цирке Ренца служил артист, американец Том Беллинг. Слу­жил он на амплуа клишника («человек без костей»). Так как но­мер его был очень короткий, то его почти не ставили на про­грамму, и Том исполнял только обязанности униформиста. Был он хорошим товарищем и еще лучшим собутыльником. Так слу­жил он в цирке, не выступая самостоятельно на манеже не­сколько лет. Однажды Ренц обратил на него внимание и поинтересовался его специальностью. Беллинг сказал, что он клишник. Ренц рассмеялся, так как при почти ежедневной выпивке Том приобрел порядочный животик. — Хорошо, — проговорил Ренц, — скажите режиссеру, что­бы поставил вас на программу. Я хочу видеть, как вы будете гнуться. Беллинг растерялся. Пошел в уборную, попытался сделать номер, — ничего не вышло. Дома после спектакля стал трениро­ваться и так натер себе нос, что он стал походить на помидор. Утром во время конной репетиции Ренц заметил его красный нос, решил, что он пьян, позвал режиссера и приказал ему по­ставить Тома Беллинга на следующий день на программу. Беллинг, узнав это, впал в уныние. Днем во время обедя в столовой артисты из сочувствия к нему наперерыв угощали его вином и пивом. Он так наугощался, что уснул тут же в столо­вой. Проснулся перед самым представлением, бросился в цирк. Шел уже первый номер программы. Том побежал в костюмер­ную. В коридоре его увидел Ренц, взял его за шиворот, посмо­трел на него и сказал: «Я иду в места для публики, если через две минуты я не увижу вас в униформе, то завтра вам не придется гнуться; так как я прикажу выбросить вас вон из цирка как щенка». Ренц дал ему подзатыльник, и Беллинг бросился к костю­меру за униформой. Костюмер увидел его красный нос, почув­ствовал, что от него разит, как от винной бочки, и сказал: «Бел­линг, вы же знаете, что по распоряжению дирекции пьяным уни­форма не выдается. Я не хочу из-за вас лишиться места», — и захлопнул окно костюмерной; Беллинг побежал в уборную. Там в глаза ему бросилась чья-то униформа. Он быстро надел ее и побежал вниз. В это время на манеж выносили ковер. Ковер начали уже расстилать. Том хотел помочь товарищам, но так как хмель еще не прошел, то он споткнулся и упал. Он встал растерянно и начал в смущении стряхивать с себя опилки и тут только заметил, что рукава у него болтаются на пол-аршина. Оказалось, что он с перепугу надел на себя специально сшитую униформу артиста геркулеса Папи Бруно. Падение Тома Беллинга, костюм не по росту, взъерошенные волосы, красный нос вызвали комерический хохот публики. Том растерянный уходил за кулисы, а цирк кричал: «Браво, Август!.. Браво?..» Публика решила, что все это проделано нарочно и отнес­лась к Беллингу, как к Иванушке-дурачку. («Август» по-немец­ки соответствует нашему «Иванушке».) ... Судьба Тома Беллинга была решена.(Альперов, На арене старого цирка, 1936, Глава IV, с.89)

Tom Belling jun.
(1873 - 1934)

Im Zirkus Renz war der amerikanische Artist Tom Belling beschäftigt. Er war als Kontorsionist angestellt, als «Mensch ohne Knochen». Da seine Darbietung sehr kurz war, hatte man ihn nicht mit ins Programm genommen und ihm nur die Aufgabe eines Uniformisten übertragen. Doch Belling war ein guter Kollege und ein noch besserer Zechbruder. So blieb er einige Jahre im Zirkus, ohne selbst in der Manege auftreten zu können. Eines Tages jedoch interessierte sich Direktor Renz für ihn und fragte ihn nach seiner Spezialisierung. Belling erwiderte, daß er Kontorsionist sei. Renz lachte, da Belling vom beinahe täglichen Alkoholgenuß ein ansehnliches Bäuchlein bekommen hatte. "Gut," sagte Renz, "sagen Sie dem Regisseur, daß er Sie morgen ins Programm nehmen soll. Ich will sehen, wie Sie sich verbiegen." Das brachte Belling in ziemliche Verlegenheit. Er ging in die Garderobe und versuchte seine Darbietung einzuüben, doch nichts gelang ihm. Zu Hause nach der Vorstellung begann er, zu trainieren und er rieb sich dabei so sehr die Nase, daß sie rot wie eine Tomate wurde. Als Renz am nächsten Morgen während der Reiterprobe Tom Bellings rote Nase sah, nahm er an, daß dieser betrunken sei, und er wies den Regisseur an, Belling wieder aus dem Programm zu nehmen und erst am folgenden Tag einzusetzen. Belling war darüber sehr verunsichert. Doch aus Anteilnahme bewirteten ihn seine Kollegen zum Mittag mit Wein und Bier. Davon war Belling so erschöpft, daß er noch am Tisch einschlief. Erst kurz vor der Vorstellung wachte er auf und eilte zum Zirkus. Die erste Nummer des Programms hatte schon begonnen. Belling rannte in die Garderobe, als Renz ihn erblickte und am Kragen packte: "Ich gehe jetzt auf meinen Platz ins Publikum, und wenn ich Sie nicht in zwei Minuten in Uniform sehe, dann brauchen Sie sich morgen nicht mehr zu verbiegen. Ich werde Sie wie einen Hund aus meinem Zirkus werfen."

Er gab ihm einen Stoß, und daraufhin rannte Belling zum Gewandmeister, um sich eine Uniform zu holen. Dieser sah seine rote Nase und bemerkte, daß er voll wie ein Weinfaß war. Er sagte nur: "Belling, Sie wissen, daß an Betrunkene keine Kostüme ausgegeben werden. Ich will Ihretwegen nicht entlassen werden." Belling rannte daraufhin in die Garderobe. Dort zog er sich irgend jemandes Uniform an und eilte in die Manege, wo man schon begonnen hatte, den Teppich auszurollen. Belling wollte seinen Kollegen noch helfen, doch er stolperte und fiel hin. Verwirrt stand er wieder auf, versuchte sich zu schütteln, wobei er bemerkte, daß die Ärmel halb abgerissen waren. Es war die speziell genähte Uniform des Kraftakrobaten Papa Bruno. Das Hinfallen Bellings, sein viel zu großes Kostüm, die strubbeligen Haare und seine rote Nase riefen beim Publikum ein homerisches Gelächter hervor. Belling ging verwirrt in die Kulissen ab, doch der ganze Zirkus schrie: "Bravo August! Bravo!" - (...) Damit war das Schicksal Tom Bellings entschieden.

(Alperow, In der Arena des alten Zirkus, M. 1936, Kap. IV, S.89 russ.)

Tristan R é m y - Clowns Entrées

Vergeblich wird man eine Sammlung von Clowns-Entrées suchen. Niemand hat sich der Mühe unterzogen, die Personen, die Antworten, die szenischen Spiele und die Lazzi zu notieren, die einer Form des Theaters angehören, die vielleicht einmal verschwinden wird - wie auch der Zirkus selbst, ohne dessen Rahmen sie ihre Daseinsberechtigung verlieren würde.

Mit dem Aussterben der "großen Familien", die von Generation zu Generation Akrobaten, Clowns und Kunstreiter hervorbrachten und die das Können aller ihrer Mitglieder verwendeten und so das Entstehen ganzer Schauspiele sicherten, steht zu befürchten, daß das Clowns-Repertoire allmählich in Vergessenheit gerät. Menschen zum lachen zu bringen ist ein Handwerk mit verschiedenen Techniken. Die Artistenkinder, die seit ihrer frühesten Jugend in Kontakt mit der Familienmannschaft stehen, werden ganz natürlich die bewährtesten Techniken wieder aufnehmen. Sie wissen, "was zieht" und "was die Leute kalt läßt". Viele Clowns, die heute als Amateure in den Zirkus gekommen sind, haben ihr Handwerk vom Zufall und ohne den Geist der Tradition gelernt. Wie sollen sie auch so ohne weiteres die beruflichen Qualitäten ihrer Vorgänger haben können, die von einem Meister ausgebildet waren, der mit dem Instinkt des Stammes die Unterschiede von Gesten, von Posen und Situationen spürte und der es verstand, die Klippen zu vermeiden, die seine Väter schon zu umgehen wußten?

Tristan R é m y (Septmber 1962)

Quelle: Tristan R é m y, Clownnummern, Henschelverlag Berlin 1989, S.64.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Burial of a clown














If the whole world would walk with the feet of a clown,
They'd be walkin' on sunshine, the whole world around.

Their feet would be lighter, than moon light you see,

For where ever they walk, silver prints you'd see.
They would go to places, they never have seen,
To meet all the shut-in's whom they would befriend.
Yes, the feet of a clown are very unique,
'Cause they take them to places, where few others seek.
If each one would walk with the feet of a clown,
All those with heartache would some day be found.

(Don "Homer" Burda) - he passed away September 11, 2008.

Freitag, 26. Juni 2009

Gedanken eines Clowns

...Für das, was aus dem Menschen schließlich wird, bedeutet alles einzelne zunächst einmal nichts, und doch kann er von dem Augenblick an, wo die Seele in ihm erwacht, keinen Schritt tun, der ihm nicht unnachsichtig angerechnet würde. Für das, was wir an Unrechtem tun, büßen wir durch die furchtbarste Buße, die es gibt: durch das, was wir werden oder geworden sind. Aber - man mag sich das erklären, wie man will - es gibt für jeden von uns eine besondere Zeit der Entscheidung, wo wir entweder gerechtfertigt oder verworfen werden, und für jeden liegt sie an einem anderen Punkte des Lebens...

Was war denn meine ganze Nummer? Ich! Allerdings kein gewöhnliches Ich, wie ich glaubte annehmen zu dürfen, sondern eines, das den Anspruch erhob, für unzählige Gleichgeartete stellvertretend zu sein. Damit es dies aber könne, galt es, so viele andere Ich als nur möglich in sich hineinzuraffen, 'nichts Menschliches sich fremd zu fühlen', und das hieß: erleben, erleben, erleben!

Adam Kuckoff, Scherry, Leipzig, 1972, S. 122ff.

(Der Widerspruch zwischen Kunst und Wirklichkeit veranlaßt den Clown Scherry, die Bühne zu verlassen. - In seiner Erzählung beschreibt der Schauspieler, Regisseur und Dramaturg Adam Kuckoff den ernsten Hintergrund einer komischen Person in der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1929/30. Zusammen mit Arvid Harnack, Harro Schulze-Boysen, John Sieg und anderen gehörte er zu den führenden Mitgliedern der Widerstandsorganisation "Rote Kapelle". Am 5. August 1943 wurde Adam Kuckoff von den Nazis in Plötzensee ermordet.)