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| Landkreis Sonneberg, Montag, den 27.August 2012 |
Siehe: Pressetext Judenbach
www.clown-gerrit.tk
und dabei wird der Begriff gern mißbraucht. Künstlerische Freiheit entsteht, wenn es dem Künstler gelingt, geistige Bindungen an die fortschrittlichen Kräfte in der Gesellschaft zu finden, wenn er die historische Dimension seiner Zeit begreift, wenn er Werke mit humanistischem Inhalt und menschenwürdigen Lösungen schafft. Doch auch diese Freiheit will erkämpft sein. Die finanzielle (und geistige) Abhängigkeit von möglichen Geldgebern schränkt seine Freiheit ein. Nur in der Übereinstimung mit der "organisierenden Grundidee der Geschichte" (Maxim Gorki) und nicht außerhalb oder gegen sie kann der Künstler seine Freiheit verwirklichen. Eine illusionäre Unabhängigkeit und Bindungslosigkeit des Künstlers gegenüber den Realitäten seiner Zeit und gegenüber ihren progressiven Elementen führt zu seiner Isolierung und Vereinsamung. Was daraus entsteht, ist niemals Kunst, sondern allenfalls ein elitärer Zeitvertreib, ist niemals Kreativität, sondern lediglich weltfremde Phantastik. So hat auch der Künstler seine Verantwortung. Erinnern wir uns nur an PICASSO und seine mutige Stellungnahme gegen die Zerstörung der Stadt Guernica durch die deutschen Faschisten!
Wenn Andrej Landschaften fotografiert, oder wenn Menschen auf seinen Bildern zu sehen sind, immer scheint der Fotograf den Moment für die Ewigkeit festhalten zu wollen. Die Aufnahmen strahlen eine Ruhe aus, die fast schon wieder beunruhigend ist. Es sind Bilder von einer unbestimmten Sehnsucht, die alles andere als nostalgisch ist; Andrej ist Realist – und er hat (ähnlich wie ein Clown) einen fotografischen Instinkt für das scheinbar Nebensächliche, was nun doch auch wieder so bedeutsam erscheint. Die Komik einer Situation werden wir im Bild jedoch vergeblich suchen.![]() |
| Clown Gerrit in Neuruppin |
Und so zeigt sich auch im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", auf der anderen Seite des großen Teichs, der zunehmende Verfall kultureller Werte – was auch immer man darunter verstehen mag. All das, was einst durch Vergnügungen, mit Bars und Music Halls, mit Shopping Malls und durch "Gemuetlichkeit" belebt war, das steht nur leer. Die hohlen Augen der Fenster glotzen ins Nichts, der Wind pfeift durch die zerbrochenen Fensterscheiben und wirbelt ein paar Fetzen einer übriggebliebenen Gardine umher.
Das ist der Lauf der Zeit, das war's mit der gepriesenen westlichen Kultur unserer "westlichen Wertegemeinschaft" ...oder wie man es auch nennen will. Es sind dies Bilder aus Detroit, einer US-amerikanischen Metropole, welche dereinst bekannt war durch ihre Massenproduktion an Kraftfahrzeugen – heute eine verlassene, eine sterbende, eine gestorbene Stadt. Dem spätbürgerlichen Showbusiness, das noch gebunden war an eine florierende Industrie (die ihre Lebenskraft mitunter sogar zu einem Drittel aus der Rüstungsproduktion bezog), an belebte Straßen und beleuchtete
Fassaden, an bewohnte Siedlungen, Hochhäuser, Büros und Bankgebäude, fehlt nunmehr jegliches Publikum, jegliches Leben. Bibliotheken stehen leer, selbst die Bücher finden keine Leser, Wohnungen keine Bewohner, Klaviere keine Pianisten, die Bordells keine Mädchen und die Bars keine zahlenden Trinker mehr. Sogar die Clownerie befindet sich in einer sichtbaren Krise. Was Fast-Food-Ketten derweil noch an "künstlerischem" Niveau aufzubieten haben, gerät mehr und mehr zum langweiligen Geplänkel.
Überflüssig – wie eben auch jene bis zum Überdruß abgenuddelten Weihnachtslieder in einem Einkaufszentrum zur Winterzeit. Der Überfluß an Waren ist nicht mehr aufzuhalten, die Kaufkraft sinkt, die Ratlosigkeit in den "Führungsetagen" wächst, es folgt die allgemeine Krisenstimmung, worüber auch die wohlwollenden Berichte der Zeitungen nicht hinwegtäuschen können: Die "Tafeln" werden immer länger, die Löhne immer kürzer, und der Bourgeois wird immer fetter. Der Rest hofft auf seine baldige Pensionierung. Was also tun, sprach Zeus?
Mit einem dümmlichen Grinsen schiebt sich die rothaarige Fratze eines Clownsgesichts durch den Türspalt, eine Stimme flötet: "Hallohoo – Hallöööchen!". Und man ahnt, daß dieser Typ in einer guten Stunde seine miefigen Socken im Sessel vor dem Fernseher ausziehen, und wenig später rülpsend sein lauwarmes Bier hinunterkippen wird. Ob das nun die Erfüllung eines Lebens ist? Man weiß es nicht. Vielleicht denkt dieser bedauernswerte Kerl darüber selber nicht mal nach.
Doch – wie dem auch sei – der Zirkus zieht weiter, und auch der Clown muß sich entscheiden: zieht er nun mit, oder bleibt er da. Während sich die Clownerie derweil noch mit billigen Späßen über menschliche Unzulänglichkeiten und körperliche Gebrechen über Wasser hält, die Artistik das gaffende Publikum mit waghalsigen Tricks ins Schaudern versetzt, und die unsägliche, groß aufgezogene Fernseh-Show mit viel Pomp und Rührseligkeit ein verblödetes Publikum auf die bezahlten Plätze im Parkett verweist, wo man recht nett zu lächeln und brav zu applaudieren hat. Während Schönheit zum Kitsch, und Komik zum Ulk verkommt, und das allgemeine Bildungsniveau in den künstlerischen Berufen ins Bodenlose sinkt, spürt man nachgerade diesen Hauch von Vergänglichkeit. Und wer ein wenig mehr an Phantasie besitzt, oder wer eben an ein "DANACH" zu glauben imstande ist, der wird sich ganz eilig verabschieden von diesem dekadenten Treiben und alles tun, um ihm sein mögliches Ende zu erleichtern. (G.J.)
In einem Interview über seine Theaterarbeit mit Brecht wurde Giorgio Strehler einmal gefragt, was das Interessanteste an Brechts Stück "Tage der Commune" sei. Worauf Strehler antwortete:
gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse. In Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten, überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich, im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist." *
Die zwischenmenschliche Kommunikation ist eine spezifische Form dieses Informationsaustauschs, die sich notwendigerweise daraus ergibt, daß die Menschen viele Dinge nicht allein bewerkstelligen können, d.h. sie ergibt sich zwangsläufig aus der gemeinsamen Produktion, aus dem Zusammenwirken der Menschen. Die Kommunikation hat also einen ganz praktischen Grund.
genau darin, die richtigen Informationen auszuwählen und sie so zu vermitteln, daß auf der Grundlage einer gemeinsamen Sprache (eines "gemeinsamen Zeichenvorrates") eine Informations-übertragung, und beim Empfänger (S2) ein Erkenntnisgewinn möglich sind. Das setzt freilich auch eine gewisse Lernbereitschaft und die aktive Mitwirkung des Empfängers voraus. Die entscheidende Rolle spielt dabei jedoch die Persönlichkeit des Senders (S1). Nicht nur seine Überzeugungskraft, sein rhetorisches Talent und seine Begeisterung sind hier von besonderem Gewicht, sondern auch seine Integrität, seine Aufrichtigkeit und seine moralische Grundüberzeugung. Nicht immer ist das leicht zu erkennen, denn es geht dabei nicht nur um die Vermittlung von Bildung und Wissen, sondern vor allem um den Einfluß auf Entscheidungen und somit auf das Handeln der Informationsempfänger. Wozu läßt sich das Publikum bewegen - sind es eigene Wünsche, Träume oder Ziele, die geweckt werden, oder ist es gar die Angst von drohenden Nachteilen? Auch der Einfluß von Kunst und Literatur, sowie die Einwirkung der Massenmedien ist nicht zu unterschätzen! Sie beeinflussen die Gefühlswelt, und sie können sich motivierend und mobilisierend auf das Bewußtsein auswirken. Je besser es gelingt, Gemeinsamkeiten von Sender und Empfänger zu entdecken, zu thematisieren, zu erweitern, und sie bestenfalls um einige neue Erkenntnisse zu bereichern, desto größer ist der Grad der Beeinflußung. Wer Informationen übermittelt, hat freilich auch die Möglichkeit, Meinungen zu manipulieren. Das darf man nicht vergessen! So setzt der Mensch sich erfolgreich mit seiner Umwelt auseinander, indem er die Voraussetzungen, seine eigenen Möglichkeiten, den voraussichtlichen Ablauf und die Konsequenzen seines Tuns überprüft, durchdenkt und schließlich danach handelt. Gedankenloses oder nicht genügend durchdachtes Handeln bringt Mißerfolge mit sich. Dabei lernt er schließlich, Wahres von Falschem zu unterscheiden: In der Praxis zeigt sich, was am Ende richtig war.
Schließlich ist es eine philosophische Frage, ob es in den menschlichen Vorstellungen einen Inhalt geben kann, der vom Subjekt unabhängig ist, der also weder vom Menschen noch von der Menschheit abhängt, und wenn ja, ob es in der menschlichen Vorstellung möglich ist, diese objektive Wahrheit auf einmal, vollständig, unbedingt, absolut, oder eben nur annähernd, relativ auszudrücken.** Letzteres führt uns zu der Relativität jeglicher Erkenntnis - damit muß man rechnen. Wer jedoch die Objektivität des Erkenntnisprozesses bezweifelt, der gesellt sich ganz unbestritten auf die Seite jener Traumtänzer, denen eine Veränderung der Welt allein durch eine Änderung ihrer Gedanken möglich erscheint. Es ist klar, daß auch eine solche Denkweise ihre sozialen Wurzeln hat, und nur denen recht sein kann, die an einer Veränderung der bestehenden Verhältnisse im Grunde genommen nicht interessiert sind, da sie keinesfalls bereit sind, ihre eigene Behaglichkeit dafür aufzugeben...
Nach Schätzungen landeten zwischen 1990 und 2000 in der Bundesrepublik Deutschland rund 100 Millionen in DDR-Verlagen gedruckter Bücher auf der Müllhalde.
Sehr oft gibt es in der heutigen Unterhaltungsindustrie sogenannte "Comedy"-Szenen, bei denen die Zuschauer lachen. Mitunter wird sogar im Hintergrund eines Films oder einer Aufzeichnung Gelächter eingeblendet, um so den Anschein zu erwecken, daß diese Szene komisch sei. Doch nichts liegt ferner als das. Es wird hier eine Einmütigkeit suggeriert, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Mit Komik und Humor hat das alles nicht viel zu tun. Diese Art von Unterhaltung ist im Grunde wertlos, auch wenn das Publikum sich amüsiert. Darüber mokierte sich schon Hegel, als er schrieb: "...einem solchen Volke ist nicht zu helfen; es löst sich in seiner Torheit auf."