Dienstag, 18. Oktober 2011
Quo vadis „Clown“ ?
Montag, 11. Juli 2011
Ein guter Clown ist ein Spiegel seiner Zeit...
Clown مهرج Payasos Клоун Pallasso Klaun Klovn دلقک Klaŭno Badut Pagliaccio ליצן Bohóc കോമാളി Palhaço Klovni Palyaço
Mittwoch, 20. Oktober 2010
Ein richtiger Clown...
Auch Karandasch bediente sich während seiner Vorstellungen verschiedener Tricks mit "selbstgebastelten" Requisiten:...Это чисто бытовое, «сезонное» явление побудило и меня прихватить с собой в манеж фотоаппарат. Взяв футляр от фотоаппарата, я перекиныл его через плечо и со штативом вышел в манеж, как истый фотолюбитель. До определенного момента я, как и всегда, заполнял паузы в программе, временами напоминая зрителью о своем «фотоаппарате» тем или иным способом, хотя бы перешивал его с плеча на пелчо. Наконец, в удобный момент я ставил штатив, «приспособлял» на нем «фотоаппарат», раскрывал его – и получался крошечный столик, накрытый салфеткой, на нем солидная закуска. Выпив и закусив, я складывал аппарат и уходил за кулисы. Зритель хорошо принимал эту неприязательную шутку. (На арене советского цирка, Карандаш, М., 1977, с.57)
Eine reine "Saisonerscheinung" brachte mich einmal darauf, auch in die Manege einmal einen Fotoapparat mitzunehmen. Das Futteral vom Fotoapparat nahm ich ab, hängte ihn über die Schulter und mit dem Stativ lief ich in die Manege, wie ein richtiger Amateurfotograf. Bis zum bestimmten Moment füllte ich, wie auch immer, die Pausen im Programm aus, indem ich von Zeit zu Zeit begann, die Zuschauer mit meinem "Fotoapparat" in dieser oder jener Weise, selbst aufzunehmen. Endlich, an einem passenden Moment stellte ich das Stativ auf, darauf den "Fotoapparat", öffnete ihn und es kam ein winziger kleiner Tisch zum Vorschein, der von einer Serviette bedeckt war, darauf befand sich ein solider Imbiß. Ausgetrunken, und aufgegessen, legte ich den Apparat zusammen und ging in die Kulissen weg. Die Zuschauer haben diesen kleinen Scherz sehr wohl verstanden ...
Karandasch war eben ein sehr volkstümlicher Künstler!
Freitag, 26. Februar 2010
Карандаш об успехе клоуна
Хотя я часто шёл в поисках комического наугад, всё же моя стрельба по смешному, то есть по отжившему или отживающему в нашей жизни, нередко приводила к удаче, попадала в цель. Эти более или менее точные попадания давали мне возможность, объязнить трудности, которые встают перед артистом, работашщим в комеддийном жанре, и побуждали глубже теоретически осмыслить вопросы комического.Изучение жизни и теоретическое осмысление проблемы комического - только на этом пути можно добиться подлинных успехов.
Карандаш - На арене советского цирка, Москва, Издательство "исскуство", 1997 г., стр. 119-120
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Obwohl ich bei der Suche nach dem
Komischen häufig auf gut Glück das Treffendste fand, brachte mich nicht selten das Überlebte und Überlebende in unserem Alltag zum Ziel und führte mich zum Erfolg. Diese mehr oder minder genauen Treffer gaben mir dann die Möglichkeit, einmal die Schwierigkeiten zu erklären, die vor dem Künstler stehen, der im komischen Genre arbeitet, und sie regten mich an, die Frage des Komischen tiefer theoretisch zu durchdenken.Die häufigsten Mißerfolge in unserem Zirkus auf dem Gebiet der Clownerie erklären sich daraus, daß die Komiker sich nicht selten vom Leben absondern, die umgebende Wirklichkeit vergessen, und anstatt von Leben selbst, von einem abstrakten Verständnis des Komischen "an sich" ausgehen. Ein wirklicher Künstler soll das Leben unbedingt beobachten, er soll das Komische und das Würdige im Leben bemerken.
Das Studium des Lebens und das theoretische Verständnis des Komischen - nur auf diesem Weg kann man zu echtem Erfolg gelangen.
Clown Karandasch - In der Arena des sowjetischen Zirkus, Moskau, 1977, S. 119f. ( russ.)
Dienstag, 9. Februar 2010
Das künstlerische Ideal
Nehmen wir den komödiantisch außerordentlich begabten Clown Tandarica (ein rumänischer Clown im Staatszirkus Bukarest, der in den 60er Jahren u.a. auch in Madrid zweifelhafte Erfolge feierte, G.J.) ... Er serviert als Kellner einem Gast Spaghetti. Aber da er betrunken ist, rutschen ihm diese vom Teller. Sie bleiben an seinen Schuhen kleben. Mit einem Besen kehrt er sie wieder auf den Teller zurück und serviert sie dem Gast.An diesem Punkt hört trotz aller Begabung dieses Clowns die Kunst auf. Das künstlerische Ideal Tandaricas ist gleich Null. Trotzdem - und hier besteht die große Gefahr einer solchen verantwortungslosen Gestaltung - tobt das Publikum vor Lachen. Es gelingt Tandarica, das Publikum auf das primitivste Niveau hinabzuziehen. Auf ein solches Phänomen weist bereits Hegel hin: "Überhaupt läßt sich nichts Entgegengesetzteres finden als Dinge, worüber die Menschen lachen. Das Platteste und Abgeschmackteste kann sie dazu bewegen..."*
Quelle: Mario T u r r a , Das Lachen des Clowns, Berlin 1972, S.108
*Zitat: G.W.Hegel, Ästethetik, Bd.I, Aufbau-Verlag, 1965, S.552.
Mittwoch, 13. Januar 2010
Why do I call myself a fool?
I think of the role of the fool in ancient times. The fool was the entertainer in th court, and kingdom. But another role was to tell the king or queen if they were about to make a big mistake. It was a risky business and might cost the fool his head, nut many others in the royal court were too afraid to even try.So I hope I am a good entertainer and performer, but I also try to bring laughter to all I meet - waiters, cashiers in the grocery stores, at the post office, or people I meet and work with daily, or even strangers. By building a relationship, if only for a minute, it lets us both know we are humans and have Life in common.
I serve on several boards and commitees and I try to make the meeting more enjoyable and productive by the use of humor. I also am not afraid to ask a "foolish" question or make an observation I think will get the group to re-evaluate a decision they made or are about to make. Often just asking, "Why are we doing this?" can be enough to shift the focus of the conversation? Often the most important question is the one you did not ask! Would history be different? I think in our world today we need more "fools". People willing to do the foolish thing of saying" "Why are we doing this?" "We need to change what we are doing", or "We all have so much more in common with each other than we have differences."
Clem, The Fool.
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Ich denke an die Rolle des Narren in alten Zeiten. Der Narr war ein Unterhaltungskünstler am Hofe, im Königreich. Aber er hatte auch eine andere Aufgabe: er sollte den König oder die Königin darauf hinweisen, wenn sie im Begriff waren, einen großen Fehler zu machen. Es war eine riskante Angelegenheit, die den Narren seinen Kopf kosten konnte, und wovor viele andere am königlichen Hofe große Angst hatten, weshalb sie nicht wagten, es auch nur zu versuchen.
So hoffe ich, ein guter Unterhaltungskünstler und Darsteller zu sein. Aber ich versuche auch, all jene zum Lachen zu bringen, die ich gerade treffe - den Kellner, die Kassiererin im Lebensmittelgeschäft, in der Post, oder einfach Leute bei ihrer täglichen Arbeit, ja auch Fremde. Ich baue eine Beziehung auf. Und wenn es nur eine Minute ist, die uns beide wissen läßt, daß wir Menschen sind und gemeinsam ein Leben haben.
Ich agiere bei verschiedenen Ausschüssen und Komitees, und ich versuche, die Sitzung durch Humor angenehmer und produktiver zu machen. Ich habe auch keine Angst, eine "dumme" Frage zu stellen oder eine Beobachtung zu machen, von der ich denke, daß sie die Gruppe dazu bringt, eine Entscheidung neu zu überdenken, die sie getroffen hat oder im Begriff ist zu treffen. Oft frage ich auch nur: "Warum tun wir das?" das kann ausreichen, um den Focus des Gespräches zu ändern. Häufig ist die wichtigste Frage gerade die, welche nicht gestellt wurde! Wäre die Geschichte anders verlaufen? Ich denke, wir brauchen heute in unserer Welt mehr "Narren". Das sind Leute, die bereit sind, die dumme Frage zu stellen: "Warum tun wir das?" "Wir müssen das ändern, was wir tun", oder "Wir haben alle viel mehr Gemeinsamkeiten, als wir Unterschiede haben".
Clem, der Narr.
Quelle: Hospital Clown Newsletter, Vol. 12 No. 1, p.3
Foto: www.albertalter.com
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Kann ein Lachen schon die Welt verändern? Nein das kann es nicht. Durch Humor läßt sich die Welt nicht verändern, sondern nur durch bewußtes, engagiertes und gemeinsames Handeln. Man kann sie mit Humor vielleicht ein wenig angenehmer gestalten - mehr aber auch nicht. Narren haben wir genug, aber es werden zu wenig Fragen gestellt. Und seinen Kopf wird auch Clem vermutlich nicht riskieren...
Montag, 11. Januar 2010
Как я стал клоуном
Наверное, чтобы идти в клоуны, нужно обладать особым складом характера, особыми взглядами на жизнь. Не каждый человек согласится бы на то, чтобы публично смеялись над ним и чтобы каждый вечер его били, пусть не очень больно, но били, обливали водой, посыпали голову мукой, ставили подножки. И он, клоун, должен падать, или, как говорим мы в цирке, делать каскады... И всё ради того, чтобы вызвать смех.Чем лучше работает клоун, тем больше смеха.
В детстве, в школе, а потом уже в армии мне нередко приходилось, так сказать, придуриваться: делать вид, будто что-то не понимаю, задавать заведомо глупые вопросы, заранее зная, что они вызовут смех у окружающих.
Почему люди смеялись? Думаю, прежде всего потому, что я давал им возможность почувствовать свое превосходство надо мной. Поэтому мои неожиданные вопросы, ответы, действия и выглядели и смешными. Окружающие понимали, что сами они на подобное никогда не пошли бы. Рассказывая анекдоты, разыгрывая знакомых, я, как правило, сохранял невозмутимый вид, отчего юмор становился острее, лучше доходил.
(Юрий Никулин, Почти серьёзно, М.2004, стр.186)
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arbeiten zu können, über eine besondere Anlage des Charakters, über besondere Lebensauffassungen verfügen. Nicht jeder Mensch würde damit einverstanden sein, daß öffentlich über ihn gelacht wird, und daß man ihn jeden den Abend, wenn auch nicht heftig, so doch ein wenig verprügelte, mit Wasser bespritzte, den Kopf mit Mehl bestreute oder ihm ein Bein stellte. Und er als Clown fallen sollte, oder - wie wir im Zirkus sagen - eine Kaskade macht... Und das alles nur, um die Leute zum Lachen zu bringen. Je besser der Clown arbeitet, desto mehr Gelächter gibt es.In der Kindheit, in der Schule, und auch später in der Armeen gelang es mir nicht selten, etwas so zu sagen, daß man den Anschein haben konnte, als ob ich etwas nicht verstünde. Ich stellte wissentlich dumme Fragen, wobei mir klar war, daß ich die Umstehenden zum Lachen bringen würde.
Warum lachten die Leute? Ich denke, vor allem deshalb, weil ich ihnen die Möglichkeit bot, ihre Überlegenheit zu zeigen. Deshalb sahen meine unerwarteten Fragen, Antworten und Handlungen eben auch komisch aus. Die Umgebung verstand, daß sie selbst niemals auf ähnliche Gedanken gekommen wäre. Indem ich auf gelassene Art Anekdoten zum Besten gab, Bekannte parodierte, wurde der Humor umso schärfer und kam beim Publikum umso besser an.
Sonntag, 29. November 2009
Ist der Clown ein produktiver Arbeiter?
„Ein Schauspieler z. B., selbst ein Clown, ist hiernach ein produktiver Arbeiter, wenn er im Dienst eines Kapitalisten arbeitet, dem er mehr Arbeit zurückgibt, als er in der Form des Lohns von ihm erhält, während ein Flickschneider, der zu dem Kapitalisten ins Haus kommt und ihm seine Hosen flickt, ... ein unproduktiver Arbeiter ist. Die Arbeit des ersteren tauscht sich gegen Kapital aus, die des zweiten gegen Revenue (= Mittel zum Lebensunterhalt/Privatkonsum). Die erstere schafft Mehrwert; in der zweiten verzehrt sich eine Revenue.“ K. Marx, Theorien über den Mehrwert I, MEW 26.1, S.127.
Donnerstag, 6. August 2009
Tristan R é m y - Clowns Entrées
wird - wie auch der Zirkus selbst, ohne dessen Rahmen sie ihre Daseinsberechtigung verlieren würde.Mit dem Aussterben der "großen Familien", die von Generation zu Generation Akrobaten, Clowns und Kunstreiter hervorbrachten und die das Können aller ihrer Mitglieder verwendeten und so das Entstehen ganzer Schauspiele sicherten, steht zu befürchten, daß das Clowns-Repertoire allmählich in Vergessenheit gerät. Menschen zum lachen zu bringen ist ein Handwerk mit verschiedenen Techniken. Die Artistenkinder, die seit ihrer frühesten Jugend in Kontakt mit der Familienmannschaft stehen, werden ganz natürlich die bewährtesten Techniken wieder aufnehmen. Sie wissen, "was zieht" und "was die Leute kalt läßt". Viele Clowns, die heute als Amateure in den Zirkus gekommen sind, haben ihr Handwerk vom Zufall und ohne den Geist der Tradition gelernt. Wie sollen sie auch so ohne weiteres die beruflichen Qualitäten ihrer Vorgänger haben können, die von einem Meister ausgebildet waren, der mit dem Instinkt des Stammes die Unterschiede von Gesten, von Posen und Situationen spürte und der es verstand, die Klippen zu vermeiden, die seine Väter schon zu umgehen wußten?
Tristan R é m y (Septmber 1962)
Quelle: Tristan R é m y, Clownnummern, Henschelverlag Berlin 1989, S.64.
Donnerstag, 30. Juli 2009
Der Denkzettel
An einem Sonntagabend stand er, die Brust fest an das hölzerne Geländer gepreßt, auf der Galerie des Zirkus und sah bleich vor angespannter Aufmerksamkeit mit verzückten Blicken in die Arena, wo ein grellgekleideter Clown, der Liebling des Publikums, Purzelbäume schlug.Der schlangenartig gelenkige Körper des Clowns, der in üppige Falten von rosa und gelbem Atlas gehüllt war, flimmerte in den verschiedensten Stellungen auf dem dunklen Hintergrund der Arena; seine Bewegungen waren bald leicht und anmutig, bald häßlich oder komisch; er hüpfte wie ein Ball in die Luft, schoß gewandt einen Purzelbaum, fiel auf den Sand nieder und rollte schnell dahin. Dann sprang der Clown wieder auf die Füße, stand kühn und selbstbewußt da, sah munter ins Publikum und erwartete seinen Beifall.
"Das ist er ... der Clown!" sagte der Mann mit dem Bart und fügte mit breitem Lächeln hinzu: "Ganz genau erkenne ich ihn ... obgleich er jetzt richtig angezogen ist..."
Der Knabe hörte diese Worte und sah den Mann mit der Zigarre, der inmitten der Arena stand und den Leuten in den roten Livreen, die dort beschäftigt waren, Anweisungen gab, scharf an. Das sollte der glänzende, gewandte Clown sein? Enttäuscht schüttelte der Junge den Kopf. Es mißfiel ihm, daß ein so wunderbarer Mensch sich wie ein gewöhnlicher Modeherr kleidete. Wenn er, Mischka, ein Clown wäre, würde er in dem grellen weiten Atlaskostüm mit Goldbesatz und mit der hohen weißen Mütze auf die Straße gehen. Und entschieden unzufrieden mit dieser unliebsamen Verwandlung des Artisten in einen ganz gewöhnlichen Menschen verließ Mischka den Zirkus.
Maxim Gorki, Die Kinder aus Parma, Berlin - DDR 1976, S. 31 ff.
Freitag, 26. Juni 2009
Gedanken eines Clowns
Schritt tun, der ihm nicht unnachsichtig angerechnet würde. Für das, was wir an Unrechtem tun, büßen wir durch die furchtbarste Buße, die es gibt: durch das, was wir werden oder geworden sind. Aber - man mag sich das erklären, wie man will - es gibt für jeden von uns eine besondere Zeit der Entscheidung, wo wir entweder gerechtfertigt oder verworfen werden, und für jeden liegt sie an einem anderen Punkte des Lebens...Was war denn meine ganze Nummer? Ich! Allerdings kein gewöhnliches Ich, wie ich glaubte annehmen zu dürfen, sondern eines, das den Anspruch erhob, für unzählige Gleichgeartete stellvertretend zu sein. Damit es dies aber könne, galt es, so viele andere Ich als nur möglich in sich hineinzuraffen, 'nichts Menschliches sich fremd zu fühlen', und das hieß: erleben, erleben, erleben!
Samstag, 23. Mai 2009
Clownerie und der Ernst des Lebens
Ob einer den Humor berufsmäßig ausübt oder ob er einfach mit ihm lebt, es bleibt immer derselbe Humor, es wirkt immer dieselbe Quelle... Die Aufgabe der Clownerie hingegen ist es, das Komische zu zeigen, damit zu erheitern und Freude zu geben. Da ich als Clown ein Komiker bin, zeige ich die komischen Seiten des Menschen, decke seine Mängel und Fehler auf, weise auf die komischen Situationen hin, in welchen der Mensch sich zuweilen befindet und deren er sich nicht immer bewußt ist...
Als Clown relativiere ich aber auch den bitteren Ernst des Lebens. Ich kann Situationen in ein positives Licht rücken. Werde ich mir dieser Fähigkeit jedoch zu fest bewußt und mache mir dies zur alleinigen Aufgabe, riskiere ich, mein Komisch-Sein zu verlieren. Wollte ich als Clown dauernd und mit Absicht friedensstiftend oder harmonisierend wirken, könnte ich nicht mehr Clown sein. Diese Verantwortung würde mir meine Naivität und Unschuld nehmen...
Dimitri - Humor, Dornach (CH), 1997, S.25 f. - Foto: G.J. (1986)
Montag, 20. April 2009
Gedanken des Clowns Nikulin
Юрий Никулин - клоун - писал о своей работе:
Помня своё разочарование в детстве, я стараюсь поддерживать репутацию клоунов и не остаюсь в долгу. Подмигнув или пощекотав живот какому-нибудь малышу, я продолжаю быть клоуном: пусть дети думают, что я всегда смешной. "Весело ли вам бывает, когда вы выступаете в цирке?" Снова и снова я вспоминаю этот вопрос по пути домой. Действительно, а что я испытываю во время спектакля? Пожалуй, больше всего - волнение, озабоченность, удовлетворение, если чувствую, что точно сработал трюк, ощущаю, как хорошо принимают сегодня репризу. Это я испытываю, но веселье. Иногда радуешсья после представления предстоящему отдыху. В цирке нагрузка доходит до сорока представлений в месяц, а в дни школьных каникул и до шестидесяти. В такие дни не до творчества, не до взлетов актёрского мастерства. Напряженная работа, работа на износ, и каждый вечер мы считаем, сколько осталось дней до конца каникул. Ты чувствуешь себя заведённой машиной. До веселя ли тут? "А вам не надоедает делать каждый вечер одно и то же?" Этот вопрос тоже вертелся в голове, пока я шёл домой. Да это тяжело. Иногда даже возникает непреодолимое (и всё-таки я его преодолеваю) желание не идти на работу. Как хорошо, например, пойти в кино или просто почитать, а тут надо в тысячный раз выходить на манеж, бросать под купол бумеранг и произнозить во время фокуса с яблоком ты самую фразу, которая так не понравилась человеку, моему "доброжелателю": Снимаем обыкновенную шляпу с обыкновенной головы".
Любопытно, нежелание работать проходит, как только окажешься в своей гардеробной и окунешься в привычный ритм цирковой жизни. Гримируешься, отдеваешься, готовишь реквизит, а тобой уже овладевает знакомое волнение. Я бы сравнил это с чувством, которое испытывает спортсмен перед прыжком в воду.
Я люблю свою профессию. У меня никогда не возникало сомнения: искусство ли цирк или не искусство?
Публика любит посмеяться. Я твердо верю в то, что смех укрепляет здоровье и продлевает жизнь. Минута смеха - на день больше живёт человек. (Ю.Никулин, Почти серьёзно, М. 2004, Стр.564)
Der sowjetische Clown, Schauspieler und Zirkusdirektor Juri Nikulin schrieb über seine Arbeit:

Wenn ich mal an die Enttäuschungen in meiner Kindheit denke, so will ich versuchen, die Reputation der Clowns hochzuhalten und ihr nichts schuldig zu bleiben. Ich habe mein Innerstes nach allerlei Kleinigkeiten durchsucht und bin wieder Clown - auch wenn Kinder denken, daß man dabei immer nur komisch ist.
"Kommt es Ihnen denn lustig vor, wenn Sie im Zirkus auftreten?" Immer wieder denke ich auf dem Heimweg über diese Frage nach. Was mache ich denn eigentlich während der Vorstellung? Freilich gibt es vieles, was ich empfinde: Aufregung, Besorgnis, aber auch Befriedigung, wenn ich merke, daß ein Trick, den ich genau erarbeitet habe, in der Vorstellung gut gelang. Und das strebe ich auch an - aber nicht: Spaß zu machen. Manchmal freue ich mich nach der Vorstellung auch auf die bevorstehende Erholung.
Bis zu vierzig Zirkusvorstellungen im Monat, und in den Schulferien bis zu sechzig - das ist schon eine Belastung . An solchen Tage kommt man oft nicht zu außergewohnlicher Kreativität, zu Höhenflügen der schauspielerischen Meisterschaft. Es ist eine angespannte Arbeit, Arbeit auf Verschleiß. Und jeden Abend rechnen wir nach, wieviele Tage noch bis zum Ende der Ferien übrigbleiben. Man fühlt sich oft wie eine ferngesteuerte Maschine. Ist das etwa lustig? - "Ist es Ihnen nicht langweilig, jeden den Abend ein und dasselbe zu machen?" Diese Frage ging mir auch oft im Kopf oft herum, während ich nach Hause ging. Ja, es ist schwer! Manchmal entsteht sogar der fast unüberwindliche Wunsch (und trotzdem überwinde ich ihn), nicht zur Arbeit zu gehen. Wie schön wäre es zum Beispiel, wenn man jetzt einfach ins Kino gehen könnte oder etwas lesen, anstatt zu tausendsten Mal in die Manege hinauszugehen und genau den gleichen Trick vorzuführen.
Diese Unlust zu arbeiten vergeht, sobald man sich in der Garderobe befindet und zum gewohnheitsmäßigen Rhythmus des Zirkuslebens übergeht. Du schneidest ein paar Grimassen, ziehst dich um, bereitest die Requisiten vor, und schon packt dich das bekannte Lampenfieber. Ich vergleiche es oft mit dem Gefühl, das ein Sportler hat, bevor er ins Wasser springt.
... Ich liebe meinen Beruf. Ich hatte noch nie Zweifel daran: Ist der Zirkus nun eine Kunst oder nicht? Das Publikum lacht gerne. Und ich bin fest davon überzeugt, daß Lachen gesund ist und das Leben verlängert. Hat er eine Minute gelacht, so verlängert der Mensch sein Leben um einen Tag! (Juri Nikulin, Beinahe ernsthaft, Moskau 2004, S. 564f., ru.)
Sonntag, 29. März 2009
Gardi Hutter in Berlin
Vor ausverkauftem Haus zeigte Gardi Hutter am 2.August 1987 im Palast der Republik ihr Programm "Jeanne d'Arppo - die tapfere Hanna". Sie nennt sich selbst eine Clownerin. Für mich war es eine unvergeßliche Aufführung! Gardi eröffnete damals die Veranstaltungsreihe "August um August" in unserem Palast der Republik (Foto).Fühlen Sie sich als August, und als dummer noch dazu?
Ja, ich bin ein August - im Gegensatz zum steiferen Weißclown. Jeder Clown ist auch ein Harlekin, ein Narr, ein Tolpatsch, der mit den Tücken des Lebens auf seine Weise kämpft, und dabei Menschliches, allzu Menschliches, sichtbar werden läßt. Insofern ist er aber kein dummer August, wie man landläufig meint.
Wollen Sie Ihrem Publikum den Spiegel vorhalten?
Ich will nicht belehren. Mir geht's nur darum, Unterhaltung im besten Sinne zu bieten. Ich
möchte das Lachen meiner Mitmenschen in allen Tönen herausfordern; sie sollen mit mir und über mich lachen, und vielleicht kann dabei auch einmal das Lachen im Halse steckenbleiben. Der Clown ist nun einmal ein Jongleur zwischen Komik und Tragik.Was hat Ihnen am besten gefallen?
Hier treffe ich auf ein unerhört aufgeschlossenes, sehr feinfühliges Publikum, das nicht nur den derben Ton versteht, sondern auch die feinen Nuancen genießt und mit Beifall bedenkt. Da macht es Spaß, ein Clown zu sein.
(Interview: Hans Uslar)
Ein Clownstück von Gardi Hutter und Ferruccio Cainero. Es erzählt die Geschichte der Wäscherin Hanna, die mehr im Kopf hat als die schmutzige Wäsche...
Berlin (Hauptstadt der DDR) - im August 1987.
Samstag, 28. Februar 2009
Pantomime und Clown
Eine Ausnahme unter den Artisten macht der Clown. Er ist der einzige im Zirkusprogramm, der - meistens ohne viele Worte - eine Geschichte erzählt. Entscheidend für seine Nummer ist nicht nur die artistische Leistung, sondern vor allem der szenische Inhalt, den er spielt. Da seine Arbeitsbedingungen - die Manege und der riesige Zuschauerkreis -, optisch gut und akustisch weniger gut sind, muß der Clown in erster Linie Pantomime sein. Das ist nicht so zu verstehen, daß der Clown unbedingt mit den Illusionstechniken arbeitet (auch das kommt vor, zum Beispiel in der traditionellen Reprise mit dem Gewicht, das zunächst furchtbar schwer, dann aber doch nur aus Pappe ist), sondern in dem Sinne, daß er seine Gemütsbewegungen körperlich auszudrücken weiß. Die Kunst der Haltung ist auch das Handwerkszeug des Clowns. Der Clown steht dem Pantomimen insofern am nächsten, als auch er bis zum Grotesken überhöht.Anke Gerber, Anatomie der Pantomime, Hamburg-Zürich 1985, S.191.
Montag, 26. Januar 2009
Eine gewichtige Frage...
Warum haben die Clownerie und das komödiantische Theater in der öffentlichen Wahrnehmung nicht denselben hohen Stellenwert wie das Drama oder die Oper? Zwar sind die Zeiten vorbei, wo man die Clowns und Artisten als zwielichtige Vaganten und Zigeunerpack betrachtete, die man zwar gerne belachte und bewunderte, aber im übrigen am liebsten zum Teufel schickte. Wenn ich heute im Ausland auf Tournee bin, laden mich die Botschafter unseres Landes ein, bei ihnen zu logieren, und selbst in höchsten Kreisen gibt man sich die Ehre, einen Clown oder Komödianten zum Essen einzuladen. Aber es reicht nicht, einen Clown an der Party vorzuzeigen. Was ich anstrebe, ist die Anerkennung, daß komödiantisches Theater und Clownerie ebenso tiefgründig, künstlerisch ebenso anspruchsvoll und in der Auseinandersetzung mit unserem Menschendasein ebenso wichtig sein kann, wie ein gutes Schauspiel oder eine Oper, auch wenn die humoristischen und artistischen Elemente alles leicht und locker erscheinen lassen. Voraussetzung ist natürlich, daß mit Leib und Seele daran gearbeitet wird und daß alle Beteiligten ihr Bestes geben und ständig versuchen, sich zu übertreffen. Aber das ist genauso Voraussetzung für jede künstlerischen Produktion von Qualität und Niveau. (DIMITRI)
Hanspeter Gschwend, Dimitri - der Clown in mir, Bern, 2005, S. 226.
Montag, 5. Januar 2009
Clown zu sein heißt...
...Partei zu nehmen für das Gute und kämpfen gegen das Böse. Optimistische Heiterkeit verbreiten und den Pessimsimus verlachen. Belehrend sein, ohne zu belehren. Einfach sein, aber frei von Primitivität. Dem Spaß die Zügel schießen zu lassen, um sich selbst und andere mit diesem Spaß zu erfreuen. Verbunden mit dem Volke, dem Volke Volksweisheiten vermitteln. (Mario Turra) Mittwoch, 18. Juni 2008
Wie ich Clown geworden bin...
Комический конфликт - Komik.
Sinngemäß übersetzt heißt das: Die besten Nummern eines Musikal-Clowns sind immer auf einem komischen Konflikt aufgebaut. "Die Musikinstrumente sind meine Partner und manchmal auch meine Wiedersacher. Sie halten mich zum Narren und ich versuche sie zu überlisten", erzählt der im Westen bekannte deutsche Exzentrikclown Nuk über sein Schaffensprinzip. (Die Kunst der Clownerie, Verlag der Kunst, Moskau, 1969, S.70 russ.)
Clown zu sein lernt man nicht...
"In der Literatur, der Oper und Operette gibt es das Klischee, der Clown sei im Privatleben in Wahrheit ein ständig schwermütiger Mensch, der auf der Bühne und nach außen dennoch immer den Spaßmacher spielen müsse. Wie die meisten Vorurteile und Standardmuster hören sie sich zwar gut an, doch haben sie mit der Wirklichkeit des einzelnen selten etwas zu tun - und mit mir überhaupt nichts."



